Der Stadtrat von Stollberg (Erzgebirge) hat Übernahme der Stadtwerke beschlossen. Das Gremium habe damit ermöglicht, dass ein kommunaler Eigenbetrieb die Wärmeversorgung übernimmt, wie die "Freie Presse" berichtet. Zugleich habe der Rat der Aufnahme eines Kredits über 4,68 Mio. Euro zugestimmt.
Der Großen Kreisstadt gehe es darum, "die technisch/energetische Infrastruktur der Stadt im Sinne der Daseinsvorsorge wieder in städtische Verantwortung zurück zu führen", wie Oberbürgermeister Marcel Schmdit (FWU) auf ZfK-Nachfrage erklärt. "Gerade in der heutigen Zeit absehbarer wesentlicher Veränderungen im energietechnischen Bereich ist es aus unserer Sicht angezeigt, lokal sowohl Verantwortung als auch Entscheidungshoheit zu übernehmen", so Schmidt weiter.
20 Prozent Beteiligung
Der städtische Eigenbetrieb soll ab Januar 2022 die Wärmeversorgung komplett eigenverantwortlich übernehmen. Im Bereich Strom-/Gasnetz will das kommunale Unternehmen ab nächstem Jahr mit circa 20 Prozent Beteiligung einsteigen, um diesen Anteil perspektivisch auf 51 Prozent zu erhöhen.
Mit der Wärmeversorgung sei auch der Verkauf des durch die Blockheizkraftwerke (BHKW) produzierten Stroms vorgesehen, wie Oberbürgermeister Schmidt betont. Die Stelle des Betriebsleiters sei bereits ausgeschrieben. "Ab dem 1.12.2021 werden wir die Stelle besetzen."
Einrichtungen wiederbelebt
In den Stadtwerken will die Stadt Stollberg künftig die Bereiche Strom, Gas, Wärme und Breitbandversorgung bündeln. Das Vorhaben soll sich wirtschaftlich selbst tragen. Die Kosten für den Erwerb der lokalen Wärmeanlagen sollen dabei durch Kredit finanziert werden.
Die Große Kreisstadt hatte ihre Einrichtungen vor vielen Jahren verkauft. Nun sollen sie wiederbelebt werden. Die EnviaM-Tochter Verbundwerke Südwestsachsen (VWS) stellt dazu wohl auch Räumlichkeiten bereit. (jk)
