Die EWG-Geschäftsführer  Rainer Demoliner (links) und Volker Nau.

Die EWG-Geschäftsführer Rainer Demoliner (links) und Volker Nau.

Bild: EWG

Die Stadtwerke von Werther (Nordrhein-Westfalen), kurz EWG, haben zwei Neuerungen verkündet. Erstens wollen sie von März an nicht mehr nur Strom anbieten, sondern auch Gas. Zweitens ändert das Kommunalunternehmen seinen Namen: Aus der Elektrizitäts- wird die Energieversorgung Werther GmbH.

Die Stadtwerke von Werther sind klein. Für gerade einmal 11.000 Einwohner wollen sie ein verlässlicher Energieversorger sein. Das Kundenbüro vor Ort ist in der Regel mit lediglich einem Mitarbeiter besetzt. Zurzeit hat das Büro Corona-bedingt geschlossen.

Kooperation mit Stadtwerken Bielefeld

Die beiden Geschäftsführer Rainer Demoliner und Volker Nau üben ihre Ämter zudem nur nebenberuflich aus. Der eine, Demoliner, ist zugleich Kämmerer der Stadt Werther. Der andere, Nau, ist ferner für Beschaffung und Handel bei den Stadtwerken Bielefeld zuständig. Warum nun steigt ein so kleines Stadtwerk in das schwierige Gasgeschäft ein?

Die EWG hat mit den Stadtwerken Bielefeld einen Partner, der sich im Gasgeschäft gut auskennt. Die Stadtwerke Bielefeld sind zu 49 Prozent an der EWG beteiligt. Im Rahmen eines Betriebsführungsvertrags übernehmen sie alle Tätigkeiten und Aufgaben der EWG, also auch Beschaffung und Vertrieb von Gas. Die restlichen 51 Prozent der EWG-Anteile hält die Stadt Werther.

75 Prozent der Stromkunden bei EWG

Die EWG setzt darauf, dass sich ein Teil ihres Kundenstamms im Stromgeschäft auch für einen Gastarif gewinnen lässt. Nach eigenen Angaben versorgt das Unternehmen 75 Prozent der Wertheraner Haushalte mit Strom — ein Geschäft, das bislang der Stadtkasse immer Geld einbrachte, wie es heißt.

Auch beim Gas wolle sich die EWG auf klassische Haushalte konzentrieren, sagt Geschäftsführer Nau. Vorerst sehe man Potenzial, 25 Prozent der Wertheraner Gaskunden für sich zu gewinnen.

Neues Energieportal ab März

Dabei dürfte im Gas- und Stromgeschäft gleichermaßen gelten: Gegen Billiganbieter wird es die EWG schwer haben. Deshalb wirbt der Kommunalversorger mit seiner Kundennähe. Das EWG-Büro etwa befindet sich im Rathaus. Somit haben es Bürger, die sich persönlich über Strom und Gas informieren wollen, nicht weit zu anderen städtischen Dienstleistungen.

Wer dagegen digital unterwegs ist, soll sich von März an auf einem neuen Energieportal erkundigen können. Dort sollen dann neben Strom- auch Gastarife aufgelistet sein. (ab)

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