Nachdem sie mit einem Überschuss von 1,3 Mio. Euro in das Geschäftsjahr 2017 gestartet sind, schließen die Stadtwerke Bayreuth ihre aktuelle Bilanz mit einem Minus in Höhe von einer Mio. Euro ab. „Mit diesem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein“, betont Geschäftsführer Jürgen Bayer. Gründe für die Misere gibt es gleich mehrere: Investitionen in Höhe von zehn Mio. Euro schröpften die Stadtwerke-Kasse im vergangenen Jahr. Allein die Sanierung des Wasserwerks auf dem Eichelberg schlug mit 4,3 Mio. Euro zu Buche. Hinzu kamen 2,3 Mio. Euro für die Instandhaltung und Modernisierung der Stromnetze – vor allem im Bayreuther Umland.
Eine weitere Erklärung für das negative Ergebnis trotz einer Umsatzsteigerung von 2,9 Prozent auf 131 Mio. Euro sind Sondereffekte: Der Gewinnrückgang im Energie- und Wassergeschäft von vormals 11,8 Mio. Euro auf 8,9 Mio. Euro ist hauptsächlich auf Rückstellungen für das neu eingeführte Altersteilzeitangebot des Versorgers zurückzuführen. Hinzu kommen Sicherheiten für offene Stom- und Gasabrechnungen der Lieferanten.
Quersubventionierung wird problematisch
In den Bereichen ÖPNV, Parkeinrichtungen und Bäder mussten die Bayreuther ein Minus von 7,8 Mio. Euro verkraften – 500 000 Euro mehr als im Vorjahr. Während die Fahrgastzahlen der Stadtbusse konstant bei sechs Mio. blieben, ging der Umsatz bei den Parkanlagen um 8,9 Prozent zurück. Da der Parkplatz neben der Stadthalle geschlossen wurde, sank die Zahl der Kurzparker auf 340 000. Während das Stadtbad und das Kreuzsteinbad knapp 18 Prozent mehr Badegäste anlockten, fällt die Lohengriner Therme mit drei Mio. Euro Miese ins Gewicht: Nur noch 191 000 Badegäste nutzten das Angebot.
In Anbetracht der rückläufigen Zahlen in der Energie- und Wasserversorgung werden die defizitären Geschäftsbereiche für die Stadtwerke zunehmend zum Problem. „Viele wissen nicht, dass wir den Verlust aus diesen Bereichen jedes Jahr mit unseren Gewinnen aus der Energieversorgung ausgleichen“, gibt Bayer zu bedenken. Große Sprünge seien in der Zukunft nicht möglich.
Ökobilanz kann sich sehen lassen
Das schwierige Geschäftsjahr hielt aber auch eine erfreuliche Ökobilanz für die Stadtwerke bereit: Mithilfe eines Windparks, PV-Anlagen und mehrere Blockheizkraftwerke erzeugte der Versorger rund 16500 MW Strom. Das ist eine 1000-prozentige Steigerung im Vergleich zum Jahr 2010. Zudem werden die Bayreuther ausschließlich mit Ökostrom- und Gas beliefert. Dadurch konnten insgesamt 170 000 Tonnen CO2 eingespart werden. (ls)
