Die Geschäftsführung der Stadtwerke Böblingen: Alfred Kappenstein (links) und Christine Tomschi.

Die Geschäftsführung der Stadtwerke Böblingen: Alfred Kappenstein (links) und Christine Tomschi.

Bild: © Stadtwerke Böblingen

Die Stadtwerke Böblingen (SWBB) haben trotz coronabedingter, gestiegener Einbußen in den Geschäftsfeldern Bäder und Parkhäuser unterm Strich ihr Jahresergebnis im Geschäftsjahr 2020 deutlich verbessert. Der mehrheitlich kommunale Versorger aus Baden-Württemberg musste zwar erneut einen Verlust ausweisen, der Fehlbetrag fiel mit -1,865 Mio. Euro (2019: -2,8 Mio. Euro) aber deutlich niedriger aus als noch im Jahr davor. Das lässt sich dem kürzlich veröffentlichten Geschäftsbericht entnehmen.

Beim Betriebsergebnis ist der Sprung in die schwarzen Zahlen bereits geglückt. Dieses verbesserte sich wesentlich von – 919.000 Euro in 2019 auf nunmehr 493.000 Euro. Der Umsatz legte leicht auf 35,6 Mio. Euro zu (2019: 34,1 Mio. Euro). Das Unternehmen war 2012/2013 von einem Eigenbetrieb in ein Stadtwerk in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG umgewandelt worden und beschäftigte per Ende 2020 rund 82 Mitarbeiter:innen.

Höhere Defizite im Bereich Bäder und Parkhäuser

Einen merklichen Ergebnissprung verzeichneten die SWBB bei der Wärmeversorgung von 47.000 auf nunmehr 1,41 Mio. Euro. Auch im Vertrieb fielen die Zahlen klar besser aus und waren vor allem im Strombereich nicht mehr weit weg von einer schwarzen Null.

Belastet wurde das Ergebnis hingegen von höheren Defiziten im Bereich Bäder (-2,68 Mio. Euro) und Parkhäuser (-955.000 Euro). Auch die Folgen einer Mediation und eines Kartellverfahrens zu den Fernwärmepreisen hinterlassen nach wie vor Spuren in der Bilanz. Das Unternehmen hatte sich verpflichtet, für die Jahre 2015 bis 2019 rückwirkend ein neues Preismodell anzuwenden.

Für das laufende Jahr wird eine Ergebnisverbesserung erwartet

Dies habe bereits im Geschäftsjahr zu Erstattungen an die Kunden in Höhe von rund 2,1 Mio. Euro geführt, heißt es. Durch die Festschreibung der Preise könnten Preiskomponenten, die sich ansteigend entwickeln – wie die Preise für Primärenergie –, aktuell nicht an die Kunden weitergegeben werden. Hierzu habe man bereits Risikobegrenzungsstrategien entwickelt, die im Laufe des Jahres 2020 „mit Wirkung in die Zukunft umgesetzt“ wurden, so die SWBB weiter.

Für das Geschäftsjahr 2021 erwarten die Stadtwerke Böblingen eine Ergebnisverbesserung. Diese soll im Wesentlichen aus dem Ausschöpfen der Effizienzpotenziale aus dem Erneuerungsprogramm „Startwerke 2020“ und dem weiteren Ausbau der Fernwärmeversorgung und der Gewinnung neuer Kunden resultieren. (hoe)

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