Christian Meyer-Hammerström, Geschäftsführer der Osterholzer Stadtwerke

Christian Meyer-Hammerström, Geschäftsführer der Osterholzer Stadtwerke

Bild: © Osterholzer Stadtwerke

Eigentlich stehen die Osterholzer Stadtwerke trotz Corona-Pandemie ganz gut da. Mit 7,3 Millionen Euro liege das Ergebnis 2020 nur leicht unter den Planwerten, teilen die Niedersachsen mit. Sorge hat Geschäftsführer Christian Meyer-Hammerström trotzdem: Stichwort Eigenkapitalverzinsung.

Werde diese reduziert, hätte dies spürbare Auswirkungen auf den Erfolsplan seiner Stadtwerke, warnt er. Im Rahmen der Mittelfristplanung zeige sich ein deutlicher Ergebnisrückgang von etwa einer Million Euro, von 7,5 Millionen Euro 2019 auf 6,4 Millionen Euro im Jahr 2023.

"Getätigte Investitionen würden unwirtschaftlich"

"Bleibt die Bundesnetzagentur bei ihrer Methodik zur Ermittlung der Eigenkapitalverzinsung, werden getätigte Investitionen unwirtschaftlich, die Energienetze entwertet und damit kommunales Vermögen", teilt Meyer-Hammerström, der auch BDEW-Vizepräsident ist, in einer Presseaussendung mit.

Dabei müsse der Regionalversorger erheblich investieren. "Den Ergebnisrückgang können wir niemals aus dem operativen Geschäft ausgleichen", warnt der Stadtwerke-Chef. "Damit stehen weniger Mittel als Eigenkapital für die Investitionen in die Energiewende, Versorgungssicherheit und Modernität zur Verfügung."

Stadtwerke als Feuerwehr

Meyer-Hammerström verweist auf die ohnehin angespannte finanzielle Lage von Kommunen bundesweit, die sich durch die Corona-Pandemie noch deutlich verschlechtert haben dürfte. Er nennt zurückgehende Gewerbesteuereinnahmen, geschlossene Bäder und Stadthallen. Tatsächlich kamen Stadtwerke da oft noch vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie und konnten so kommunale Verluste anderswo auffangen.

Allerdings benötigen auch sie Geld, um etwa die Netzinfrastruktur zu modernisieren, wie Meyer-Hammerström darlegt. Beispiel Osterholz: Etwa acht Millionen Euro wollen die Stadtwerke 2021 in diesem Bereich investieren. Dazu sollen weitere Sonderinvestitionen kommen. Am Jahresende dürfte so eine zweistellige Millionenhöhe zusammenkommen.

Ausblick für 2021 positiv

Dass die Bundesnetzagentur in dieser Lage mit einem "Federstrich" die Eigenkapitalverzinsung von 2023 an zu reduzieren drohe, passe weder für die Stadtwerke noch für die kommunalen Gesellschafter zusammen, teilt Meyer-Hammerström mit.

Immerhin: Für dieses Jahr muss der Geschäftsführer noch keine reduzierte Eigenkapitalverzinsung fürchten. Auch sonst fällt sein Ausblick für 2021 positiv aus.

Schwung weiter nutzen

"Das Jahr wird in vielen Dingen wieder herausfordernd und gleichzeitig wird es uns in vielen Punkten weiter nach vorn bringen", wird Meyer-Hammerström in der Pressemitteilung zitiert. "In den letzten Monaten haben wir im Bereich Digitalisierung und Home-Office einen riesigen Sprung nach vorne gemacht. Diesen Schwung werden wir weiter nutzen." (ab)

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