Die Gas- und Dampfturbinenanlage soll die letzte Technologie sein, die noch fossile Brenntoffe einsetzt.

Die Gas- und Dampfturbinenanlage soll die letzte Technologie sein, die noch fossile Brenntoffe einsetzt.

Bild: © Stadtwerke Flensburg

Die Stadtwerke Flensburg richten sich neu aus:  Hinter "SWFL 21.x: Kurs grün und digital" verbergen sich insgesamt sieben strategische Ziele. Diese bilden den Grundstein für die kommenden fünf Jahre, teilt das Unternehmen mit. "Mit der neuen Strategie stecken wir den Kurs für die 2020er Jahre klar ab: Wir setzen auf die Digitalisierung des Unternehmens und seiner Geschäftsmodelle sowie die weitere Dekarbonisierung, also den schrittweisen Verzicht auf fossile Brennstoffe", sagt Dirk Wernicke, Geschäftsführer der Stadtwerke. 
 

Die Bedeutung des Kunden und der beiden Transformationsprozesse Dekarbonisierung und Digitalisierung spiegelt sich in der Präambel wider. Die Pflichtziele sind in jedem Fall zu erfüllen.

  1. Pflichtziel: Erhalt der Kommunalität und Versorgungssicherheit: Die Stadtwerke bleiben ein rein kommunales Unternehmen. Dies garantiert eine maximale Unabhängigkeit des Flensburger Energieversorgers und gibt der Stadt die Möglichkeit, auch langfristig gültige Grundsatzentscheidungen für die Stadtwerke zu treffen sowie Zielvorgaben für die Daseinsvorsorge und Versorgungssicherheit zu machen.
  2. Pflichtziel: Dekarbonisierung: Einhaltung des Klimaschutzkatalogs: Mit dem "greenCO2ncept" verfolgen die Stadtwerke bereits seit 2007 das Ziel einer kontinuierlichen Verringerung der CO2-Emissionen. Eine klimaneutrale Energieversorgung Flensburgs soll vor den zeitlichen Anforderungen des jeweils gültigen Klimaschutzgesetzes erreicht werden. Den damit verbunden CO2-Minderungspfad haben die Stadtwerke jetzt  steiler gestaltet, um den Weg zur CO2-Neutralität zu beschleunigen. Flensburg will deshalb auf den Bau oder Beteiligung an Kraftwerken auf fossiler Basis verzichten. Einzige Ausnahme: Die im Bau befindliche erdgasbetriebenen Gas- und Dampfturbinenanlage Kessel 13. Bis spätestens 2030 will der Flensburger Energieversorger vollständig auf den Einsatz von Kohle bei der Strom- und Wärmeerzeugung verzichten.

Die Dekarbonisierung ist für Wernicke ein Marathon: "Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger als den systematischen Umbau des Flensburger Energiesystems, von den Kraftwerksanlagen bis zu gezielten Anpassungen des Fernwärmenetzes." Die Stadtwerke Flensburg werden das Kraftwerksportfolio in den nächsten Schritten um Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Wärme ergänzen.

Fünf weitere Prioitätsziele: Digitalisierung und attraktiver Arbeitgeber

Zu den Pflichtzielen kommen noch fünf priorisierte Ziele aufgeteilt, die in Abhängigkeit von den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einzuhalten sind. Dazu zählen:

  1. Prioritätsziel: Gewinnerzielung
  2. Prioritätsziel: Entwicklung und Erhaltung einer wirt-schaftlich erforderlichen Substanz
  3. Prioritätsziel: Sicherstellung attraktiver Arbeitsplätze im Konzern. Hier haben die Flensburger als neuen Schwerpunkt Diversität klassifiziert.
  4. Prioritätsziel: Chancen der Digitalisierung heben & Herausforderungen der Dekarbonisierung annehmen: Die weitere Absenkung von CO2-Emissionen im Strom- und Fernwärmesystem über das Klimaschutz-Pflichtziel hinaus und der Ausbau des Glasfasernetzes sind dabei Kernelemente.Das Fernwärmenetz der Stadtwerke, das nahezu 100 Prozent aller Flensburger mit Wärme versorgt, spielt dafür eine tragende Rolle. Es soll jedoch optimiert werden.
  5. Prioritätsziel: Sicherstellung fairer und marktvergleichbarer Preise für die Region

Strategie wird alle fünf Jahre evaluiert und angepasst

Das Thema Digitalisierung ist für Wernicke eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit in der Region Flensburg und im bundesweiten Energievertrieb: "Unsere Kunden sind schon längst digital unterwegs. Die junge Generation wächst damit auf und fordert und erwartet von uns entsprechende gesamtheitliche Lösungen", merkt der Geschäftsführer an. Der aktuelle Glasfaserausbau rund um die Flensburger Förde sei der Kern der Entwicklung zum digitalen Dienstleister.

Die Strategie steht und ist Grundlage für konkrete Umsetzungsmaßnahmen. Jährlich wird deren Einhaltung zusammen mit dem Aufsichtsrat überprüft. Bei Änderungsbedarf werden Handlungsfelder identifiziert und die Strategie nachjustiert. Alle fünf Jahre findet wie in diesem Jahr ein großer Strategie-Review-Prozess statt, in den die Gesellschafterversammlung eingebunden ist und in dem tiefergehende Strategieänderungen beschlossen werden können. (gun)

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