Erik Dittrich, Geschäftsführer der Stadtwerke Itzehoe

Erik Dittrich, Geschäftsführer der Stadtwerke Itzehoe

Bild: © Stadtwerke Itzehoe

Die Stadtwerke Itzehoe (Schleswig-Holstein) wollen für ihren Gas-Grundversorgungstarif ein Zonenpreismodell einführen. Konkret planen sie, von 1. Januar an für die ersten 10.000 kWh einen günstigen Preis anzusetzen. Für jede weitere verbrauchte kWh müssen Kunden dann mehr zahlen.

"Wir tragen unseren Teil dazu bei, unsere Kundinnen und Kunden beim Basisverbrauch zu entlasten und motivieren gleichzeitig dazu, den Gasverbrauch zu senken", wird Erik Dittrich, Geschäftsführer des norddeutschen Kommunalversorgers, zitiert.

"Schaffen einfache Lösung"

Vorschläge, den Basisverbrauch an die Zahl der Haushaltsmitglieder zu koppeln, seien nicht praktikabel, greift der Stadtwerkechef möglicher Kritik vor. "Wir schaffen daher eine einfache Lösung."

Das von ihm vorgebrachte Preismodell sei erklärungsbedürftiger. "Aber wir nehmen die Herausforderung an."

Bislang 9,07 Cent pro kWh in der Grundversorgung

Noch würden in Itzehoe die Vorbereitungen zur Einführung des neuen Tarifmodells laufen, heißt es. Demnach ist ein vergleichbares System auch bei Stromverträgen vorstellbar.

Bislang werden Haushalten mit geringem Verbrauch laut Preisblatt üblicherweise noch 9,07 Cent pro kWh berechnet. Größere Haushalte müssen dagegen in der Regel nur noch 8,35 Cent pro kWh zahlen. Die Stadtwerke sind in der 30.000-Einwohner-Stadt Itzehoe selbst sowie in angrenzenden Orten Gas-Grundversorger und haben nach eigenen Angaben etwa 3700 Gaskunden in der Grundversorgung.

Österreich mit eigener Stromkostenbremse

Auch auf Bundesebene wird ein Modell mit günstigeren Preisen für eine Basismenge sowie höheren Sätzen für darüber hinausgehenden Energieverbrauch diskutiert – allerdings für den Strommarkt.

Die österreichische Bundesregierung legte bereits am Mittwoch ihre Stromkostenbremse vor. Demnach werden pro Haushaltszähler maximal 2900 kWh als Grundbedarf gefördert. Als Schwellenwert werden zehn Cent pro kWh angenommen.

Kritik an Österreich-Modell

Heißt: Verbraucher, die 25 Cent pro kWh vom Energieversorger in Rechnung gestellt bekommen, erhalten für die festgelegten 2900 kWh jeweils 15 Cent pro kWh vom Staat zurück. Der Staat erstattet höchstens 30 Cent pro kWh.

Kritiker führten an, dass mit diesem Modell gerade für kleine Haushalte praktisch keine finanziellen Einsparanreize vorhanden seien. Elektroautofahrer und Wärmepumpenbesitzer mit entsprechend höherem Stromverbrauch könnten dagegen von dieser Lösung im Vergleich zu normalen Stromkunden benachteiligt werden. (aba)

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