Der Stadtwerke Köln Konzern schließt das Geschäftsjahr 2019 mit einem Umsatz von 5,5 Milliarden Euro ab. Das ist zwar der zweithöchste Wert der Unternehmensgeschichte nach dem Rekordjahr 2018. Doch der Gewinn nach Steuern sinkt: von 77,1 Millionen Euro in 2018 auf 74 Millionen Euro in 2019. Das ist ein Minus von 4,1 Prozent. Das gab das Unternehmen bei einer Bilanzpressekonferenz für 2019 bekannt.
Im vergangenen Geschäftsjahr investierten die Stadtwerke weniger: mit 365 Millionen Euro zwei weniger als im Vorjahr. Der größte Teil entfiel auf die Geschäftsfelder Energie und Wasser mit 147 Millionen Euro.
KVB: Defizite trotz mehr Fahrgästen
"Trotz eines überdurchschnittlichen Fahrgastzuwachses konnte das Planergebnis allerdings nicht erreicht werden“, sagte Stefanie Haas, Vorstandsvorsitzende der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB). Knapp 286 Millionen Menschen waren 2019 mit den Bussen und Bahnen der KVB unterwegs, das waren 3,7 Millionen mehr als im Vorjahr. Auch die Umsätze stiegen von 288 Millionen Euro 2018 auf 294,6 Millionen Euro 2019.
Doch die Verluste von 100 Millionen Euro lagen deutlich über dem geplanten Defizit von 94 Millionen Euro. Das lag an steigenden Aufwendungen, die auch die Umsätze nicht decken konnten.
Verlust für Kölnbäder wächst, Gewinn für Rheinenergie sinkt
Auch die Kölnbäder erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2019 mit 15,9 Millionen Euro knapp mehr Umsatz als im Vorjahr (15,7 Millionen Euro). Doch das Unternehmensergebnis verschlechterte sich deutlich: Der Verlust wuchs von 18,7 Millionen Euro auf 19,4 Millionen an.
Der Gewinn für die die Rheinenergie AG sank 2019 auf 148,1 Millionen Euro von 160,4 Millionen Euro in 2018. Das ist eine Abnahme von rund 7,6 Prozent.
Weniger Gewinn für die Moderne Stadt und Netcologne
Auch die Unternehmensergebnisse der Moderne Stadt GmbH sind gesunken. Die Stadtentwicklungsgesellschaft der Stadtwerke Köln GmbH und der Stadt Köln erwirtschaftete 2019 2,1 Millionen Euro. 2018 waren es noch 3 Millionen Euro.
Netcologne erwirtschaftete 2019 weniger Umsätze und weniger Gewinn – trotz 34.000 neuer Kunden. Die Umsätze sanken um 8,9 Prozent auf 244,4 Millionen Euro. Das Unternehmensergebnis ging von 12,3 Millionen Euro 2018 auf 11,2 Millionen Euro 2019 zurück.
Mehr Umsätze für die AWB und AVG – und HKG
Die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB) erhöhten 2019 ihre Umsätze. Sie nahmen mit 171,9 Millionen Euro knapp 4 Prozent mehr ein als im Vorjahr. Das Unternehmensergebnis der AWB blieb mit 12,7 Millionen Euro aber gleich wie 2018.
Die Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln (AVG) konnte gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften AVG Ressourcen, AVG Kompostierung und AVG Service ihre Umsätze steigern: von 98,7 Millionen Euro 2018 auf 101,4 Millionen Euro 2019. Hier stieg das Unternehmensergebnis auch deutlich von 17,2 Millionen Euro 2018 auf 18,1 Millionen Euro 2019.
Die HGK AG konnte sowohl Umsätze von 69,8 auf 75,4 Millionen steigern, als auch ihren Gewinn. Er stieg von 7,8 Millionen (2018) auf 10,3 (2019) an.
Worauf sich die Stadtwerke zukünftig fokussieren wollen
Die Stadtwerke Köln setzten sich für die nächsten Jahre drei Fokusthemen:
- Digitalisierung,
- Investitionen und
- Nachhaltigkeit.
Die Stadtwerke Köln fokussieren sich im Bereich Digitalisierung neben Mobilitätsplattformen und -hubs auf Long-Range-Wide-Area-Networks. Diese sogenannten LoRaWANs sollen vor allem für das Internet der Dinge, also die Kommunikation zwischen Objekten, eingesetzt werden.
Bis 2024 wollen die Stadtwerke Köln insgesamt 2,3 Milliarden investieren. Der größte Anteil soll dann nicht mehr auf Energie und Wasser entfallen, sondern mit 946 Millionen Euro auf den öffentlichen Personennahverkehr.
Bis 2030 wollen die Stadtwerke ihren CO2-Output im Vergleich zum Jahr 1990 halbieren. Dafür hat das Unternehmen sich Ziele in den Bereichen Kunden und Produkte, Umwelt und Klima, nachhaltiges Wirtschaften und Mitarbeiterverantwortung gesetzt. (agr)



