Während der Kölner ÖPNV auch 2021 coronabedingt mit niedrigen Fahrgastzahlen zu kämpfen hatte, steigerte die Rheinenergie ihr Ergebnis.

Während der Kölner ÖPNV auch 2021 coronabedingt mit niedrigen Fahrgastzahlen zu kämpfen hatte, steigerte die Rheinenergie ihr Ergebnis.

Bild: © Rolf Vennenbernd/dpa

Die Stadtwerke Köln erhöhten trotz anhaltender Coronapandemie und aufkommender Energiepreiskrise im abgelaufenen Jahr ihren Überschuss im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf 72,7 Mio. Euro. Die Umsätze kletterten von 5,4 Mrd. auf 6,6 Mrd. Euro. Grund hierfür waren unter anderem steigende Energiepreise.

"Es war ein erfolgreiches Jahr", resümierte Dieter Steinkamp, Vorstandsvorsitzender des Konzerns, bei seiner letzten Bilanzpressekonferenz in dieser Funktion. Ein Großteil des Überschusses bleibt beim Konzern als Gewinnrücklage. An die Stadt Köln werden lediglich 20 Mio. Euro ausgeschüttet (50,4 Mio. Euro).

Mobilitätstochter mit etwas höheren Verlusten

Die Coronapandemie machte einmal mehr vor allem dem öffentlichen Nahverkehr zu schaffen. Zwar zählte die städtische Mobilitätstochter KBV etwas mehr Fahrgäste als im Vorjahr (172 Mio. statt 168 Mio.).

Allerdings sanken die Einnahmen aus dem Ticketverkauf. So fielen die Verluste trotz ÖPNV-Rettungsschirm höher aus als im Vorjahr. Am Ende stand ein Rekordminus von 145 Mio. Euro (Vorjahr 110 Mio. Euro).

Hafen und Bäder

Die Kölner Hafen- und Güterverkehrgesellschaft verbesserte dagegen ihr Ergebnis nach einem pandemiebedingt schwierigen Jahr 2020 von 10,3 Mio. auf 10,5 Mio. Euro.

Deutlich nach oben ging das Ergebnis für die Abfallwirtschaftsbetriebe AWB Köln – und zwar um 118 Prozent auf 29 Mio. Euro. Konstant blieb das traditionell defizitäre Bädergeschäft: Hier wurden Verluste in Höhe von 20,4 Mio. Euro verzeichnet (2020: –20,9 Mio. Euro).

Weniger Gewinn aus Düsseldorf

Den größten Ergebnisbeitrag brachte auch diesmal die Holding GEW ein, die zu 80 Prozent am städtischen Versorger Rheinenergie sowie zu 20 Prozent an den Stadtwerken Düsseldorf beteiligt ist.

Zudem fungiert sie als Mutter des Kölner Telekommunikationsunternehmens Netcologne. Auch die in der Immobilienwirtschaft tätige Brunata-Metrona zählt zur Holding. Das Plus betrug hier 201 Mio. Euro (Vorjahr: 169 Mio. Euro). Dabei führten die Rheinenergie, Netcologne und Brunata-Metrona mehr Gewinn ab als noch im Vorjahr. Der Ergebnisbeitrag der Stadtwerke Düsseldorf schrumpfte dagegen fast auf die Hälfte (7,8 Mio. Euro nach 13,7 Mio. Euro im Vorjahr).

Rheinenergie reduziert Gasverbrauch

Mit Blick auf die Ausrufung der Alarmstufe im Gas-Notfallplan sagte Steinkamp, dass die Rheinenergie bei ihren gasbetriebenen Kraftwerken und Heizkesseln die Möglichkeit habe, zumindest zum Teil auf Öl umzustellen.

Zudem habe sein Unternehmen angefangen, Stromverträge zurückzukaufen, um die reine Stromproduktion in den eigenen Gaskraftwerken zu reduzieren und dafür geplante Gasmengen etwa für die Wärmeversorgung freizumachen. "100 Prozent bekommen wir so aber auch nicht weggedrückt", sagte er. "Teilmengen brauchen wir dann auch weiter."

Energiespar-Appell

Sollte es zu einer Gasmangellage kommen, müssten die Kölner keine Angst vor einer kalten Wohnung haben, betonte Steinkamp. Angesichts stark steigender Gaskosten rief der Stadtwerkechef zugleich zum Energiesparen auf. "Ein Grad Celsius weniger [zu Hause] sind sechs Prozent weniger [Gasbedarf], zwei Grad weniger schon zwölf Prozent", rechnete er vor. "Jede Form, Energie zu sparen, hilft." (aba)

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