Die Stadtwerke Leipzig sind zuversichtlich, dass sie den im Sommer von der Stadt bereitgestellten 400-Millionen-Kredit nicht mehr benötigen. Der Versorger habe im Dezember 100 Mio. Euro in Anspruch genommen, sagte ein Unternehmenssprecher. Dieses Geld sei aber im Januar und Februar zurückgezahlt worden.
Nun sei kein weiterer Bedarf mehr zu erkennen, erklärte er. Die Märkte hätten sich stabilisiert. Zuerst hatte die "Leipziger Volkszeitung" darüber berichtet.
400-Mio.Euro-Kredit
Die ostdeutsche Großstadt hatte ihrem Kommunalkonzern im Herbst 2022 einen Kredit in Höhe von 400 Mio. Euro mit einer Laufzeit von einem Jahr gewährt.
Damit sollte das Unternehmen selbst in Zeiten extremer Preisausschläge auf den Energiemärkten handlungsfähig bleiben und Sicherheitsleistungen hinterlegen können.
Strompreise von 1000 Euro pro MWh
Ende August war das Frontjahr nach einer schwindelerregenden Rallye kurzzeitig auf mehr als 1000 Euro pro MWh geschossen. Für den Leipziger Kommunalkonzern hieß das, dass er einen "nennenswerten dreistelligen Millionenbetrag" an Sicherheitsleistungen für selbst erzeugten und am Terminmarkt verkauften Strom hinterlegen musste, wie Stadtwerkechef Karsten Rogall kurz darauf in einem Interview mit der ZfK erläuterte.
"Wir haben eine wirtschaftlich gute Situation, wir sind gut gesichert, wir machen gute Ergebnisse", ordnete er ein. "Aber die Liquiditätsbelastung hat auch unsere Investitionsmittel kleiner werden lassen."
Preisverfall und Dezemberentlastung
Von September an fielen die Großhandelspreise rapide. Dies wurde wiederum für Strom- und Gaskäufer zum Problem, weil sie nun je nach Vertragssituation für Mengen Sicherheiten hinterlegen mussten, die sie zu deutlich höherem Niveau eingekauft hatten.
Dazu mussten deutsche Energieversorger im Dezember auf den Einzug der Gas- und Wärmeabschläge verzichten, wurden im Gegenzug aber vom Bund entsprechend entschädigt.
Fall Wien Energie
In den vergangenen Wochen gingen die Preise vorwiegend seitwärts mit zuletzt leichtem Aufwärtstrend. Am Freitag kostete die Megawattstunde Strom für das kommende Lieferjahr an der Börse EEX rund 150 Euro pro MWh.
Noch vor den Leipziger Stadtwerken hatte der Wiener Stadtversorger Wien Energie Ende August von der österreichischen Bundesregierung eine Kreditlinie in Höhe von zwei Mrd. Euro erhalten. Nach Unternehmensangaben wurde das Geld jedoch nicht in Anspruch genommen. Wie das Kommunalunternehmen Ende Februar mitteilte, soll im Mai eine Liquiditätsspritze der Stadt Wien in gleicher Höhe die im April auslaufenden Bundeshilfen ablösen. (Die ZfK berichtete.) (aba)
