Die brandenburgischen Stadtwerke Oranienburg weiten ihren Umsatz auf rund 54 Mio. Euro aus, dies sind rund 6,96 Mio. (ca. 13 Prozent) Euro als im Vorjahr. Der Jahresüberschuss vor der Ergebnisabführung liegt bei knapp 2,7 Mio. Euro, zeigt Jens Schober auf der Vorstellung der Jahresbilanz auf. Der Leiter der Finanzen der Oranienburg Holding erläuterte dabei: Dies ist vor allem auf den Wettbewerbsdruck zurückzuführen. Vor allem die Onlinegewinnung von Neukunden trug einen enormen Teil dazu bei."
Es geht um die Online-Marke "Original Energie". Diese ist seit 2017 Teil des Portfolios, hat aber "2019 so richtig an Fahrt aufgenommen", so Schober. Das Betriebsergebnis und Unternehmensergebnis ist um rund 300.000 Euro gestiegen. "Das Onlinegeschäft wird die Aktivitäten der Stadtwerke in den nächsten Jahren maßgeblich mitbestimmen."
Steuerlicher Querverbund erwirtschaftet knapp eine Mio. Euro
Das Vorjahresergebnis war geprägt durch Auflösungen von Rückstellungen. Teldafax und Flexstrom gingen insolvent und führten dazu, dass die Stadtwerke sich mit Rückstellungen vor Nachforderungen absichern wollte. Da diese 2018 nicht eingetroffen waren, wurden diese wieder aufgelöst. Sie steigerten das Ergebnis um knapp 700.000 Euro.
Die Stadtwerke sind Teil der am 01. Januar 2019 gegründete Oranienburg Holding. Zu der Holding gehören noch die Stadtservice Oranienburg GmbH, die Tourismus und Kultur Oranienburg gGmbH und die Wohnungsbaugesellschaft mbH Oranienburg. Das Ziel war es durch den steuerlichen Querverbund die brandenburgische Stadt Oranienburg zu entlasten. Im Ergebnis verzeichnet die Unternehmensgruppe in seinem ersten Geschäftsjahr einen Konzernjahresüberschuss von 1,92 Mio. Euro. Die Stadt erwirtschaftete über den steuerlichen Querverbund einen finanziellen Vorteil von insgesamt 900.000 Euro.
Auswirkungen von Corona
Aber wie nahezu jedes Unternehmen spürt auch die Oranienburg Holding die Auswirkungen der grassierenden COVID-19 Pandemie. Jedoch bleibt sie optimistisch. "Die Geschäftsmodellen und die heterogene Kundschaft der Stadtwerke und Wohnungsgesellschaft lassen den Schluss zu, dass Umsatzeinbußen nicht in der Höhe eintreffen wie wir anfangs vermuteten. Das Zahlungsverhalten hat sich nicht signifikant verändert. Auch wenn wir es heute noch nicht abschließend wissen", so Schober.
Das geplante Jahresergebnis für 2020 der Stadtwerke lag bei 2.187 Mio. Euro. Nun wird von rund 134.000 Euro weniger ausgegangen. Das Gesamtergebnis der Unternehmensgruppe sollte 3,1 Mio. Euro erreichen, wird aber voraussichtlich bei 2,7 Mio. Euro liegen.
Komplette neue Strategie wird erarbeitet
Bereits im ersten Jahr hat die Oranienburg Holding einige Projekte erfolgreich durchgeführt. Das Projekt zum Organisationsaufbau der Holding hatte die Leitfunktion, die grundlegenden Strukturen in den Funktionsbereichen Finanzen, Einkauf, Personal, IT, Unternehmensentwicklung und der Geschäftsführung zu etablieren. Auf dieser Basis sind Projekte zur technischen Integration gestartet und wurden bereits 2019 erfolgreich abgeschlossen.
Die Projektplanung für das Jahr 2020 sieht darüber hinaus die Einführung einer Software zum Rechnungsmanagement, die Weiterentwicklung der Telekommunikationsinfrastruktur sowie die Planungen für den Bau eines modernen Verwaltungsgebäudes vor. Zudem wollen die Holding und die Stadtwerke eine Gesamtstrategie entwickeln, die zum Jahreswechsel verabschiedet werden soll. (gun)
