In manchen Punkten tut sich die deutsche Energiepolitik noch schwer, wenn es um die konsequente Integration der Erneuerbaren in das Versorgungssystem geht.

In manchen Punkten tut sich die deutsche Energiepolitik noch schwer, wenn es um die konsequente Integration der Erneuerbaren in das Versorgungssystem geht.

Bild: © Robert Kneschke/Adobe Stock

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie steht für die meisten Stadtwerke nicht mehr im Fokus ihres Interesses. Lediglich 45 Prozent der Kommunalversorger beschäftigten sich mit den Folgen und etwa die Hälfte der Stadtwerke (49 Prozent) erwartet trotzt Corona eine positive Geschäftsentwicklung für das laufende Jahr, wie aus der jüngsten Stadtwerke-Studie der Beratungsgesellschaft EY und des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervorgeht. Insgesamt 100 Stadtwerke wurden für die Studie deutschlandweit befragt.

Ganz oben auf der Agenda steht derzeit der Themenkomplex Dekarbonisierung und Klimaschutz, wie EY und BDEW mitteilen. 77 Prozent der Kommunalversorger haben sich demnach im vergangenen Jahr besonders intensiv mit den hierzu notwendigen Maßnahmen auseinandergesetzt – dazu zählen unter anderem die Digitalisierung im Energiebereich, E-Mobilität inklusive des Betriebs von Ladesäulen sowie die Fern- und Nahwärmeversorgung.

Infrastrukturdienstleister der Kommunen

Wenig überraschend: Im Zuge der Corona-Pandemie hat die Bedeutung der Digitalisierung für die Stadtwerke noch einmal zugenommen. Das gelte sowohl für interne Prozesse als auch an der Schnittstelle zum Verbraucher. Insgesamt 86 Prozent sehen darin laut Studie in den nächsten zwei Jahren ein bestimmendes Thema, im Vergleich zum Vorjahr noch mal ein Plus von fünf Prozentpunkten. Insbesondere Smart Meter, welche die Digitalisierung zu den Kunden bringen, sowie die IT-Sicherheit werden dadurch nach Ansicht der Befragten einen Schub erhalten.

Ein weiterer großer Trend: Stadtwerke wandeln sich von einem reinen Versorger immer mehr zu einem zentralen Infrastrukturdienstleister der Kommunen. Gut zwei Drittel (67 Prozent) der befragten Stadtwerke-Manager erwarten, dass sie künftig eher mehr Dienstleistungen für die Kommunen entwickeln werden. 77 Prozent sehen am meisten Potenzial für weitere Geschäftsfelder in der smarten Straßenbeleuchtung, 75 Prozent im Ausbau der Elektromobilität und 69 Prozent in der Quartiersentwicklung.

Im Gebäudebestand steckt noch viel Potenzial

Den größten Hebel zum Klimaschutz sehen die Stadtwerke in der Wärmewende. Für 85 Prozent ist dieser Bereich am relevantesten bei der Umsetzung der Dekarbonisierung. „Spätestens das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Minderung der Emissionen ab dem Jahr 2031 hat den Druck auf uns alle verschärft und gerade im Gebäudebestand ist noch viel Potenzial. Wir werden daher im Gebäudesektor eine große Sanierungswelle in den kommenden Jahren sehen“, erklärt dazu Metin Fidan, EY-Partner und Leiter Energiesektor für Deutschland.

Deutlich an Bedeutung zunehmen werden aus der Sicht der Stadtwerke-Manager klimafreundliche Gase  - und hierbei vor allem Wasserstoff. Während aktuell nur 19 Prozent diesen Bereich als relevant einschätzen, gehen 58 Prozent davon aus, dass er in fünf Jahren wichtig sein wird. Bei der Erneuerbaren sehen 68 Prozent die Photovoltaik bei der Energiewende aktuell als relevant an, in fünf Jahren werde dieser Wert bei 87 Prozent liegen. Die Windenergie ist momentan für 34 Prozent ein bedeutender Baustein und wird es nach Ansicht von 46 Prozent auch in fünf Jahren sein. (hil)

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