Gemeinsam mit dem Sharing-E-Roller unterwegs: Stuttgart's grüner OB Fritz Kuhn (links) und Olaf Kieser, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart.

Gemeinsam mit dem Sharing-E-Roller unterwegs: Stuttgart's grüner OB Fritz Kuhn (links) und Olaf Kieser, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart.

© Stadtwerke Stuttgart

Als Treiber der urbanen Energiewende sehen sich die die noch jungen Stadtwerke Stuttgart. „Das Umfeld ist allerdings nicht ganz so einfach“, sagt Olaf Kieser, Technischer Geschäftsführer des kommunalen Unternehmens. Denn in einer PS-begeisterten Autostadt wie Stuttgart die Bürger für Elektromobilität oder Energiewende-Themen zu begeistern sei anspruchsvoll, trotz grünen Mehrheiten.

Doch erste erfolgreiche Schritte wurden eingeleitet. So bezogen im vergangenen Jahr 22 000 Kunden zertifizierten Ökostrom und Gas von der Stadtwerke Vertriebsgesellschaft, an welcher die Elektrizitätswerke Schönau zu 40 Prozent beteiligt sind. In 2016 waren es noch 19 000 Kunden. Acht Prozent der 6600 Erdgaskunden beziehen derzeit Biogas. Auch das Elektroroller-Sharing der Stadtwerke kommt gut an. Die Zahl der Kunden kletterte von 1200 im Jahr 2016 auf 10 200 in diesem August. Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von beinahe drei Megawatt wurden bislang schon an private und gewerbliche Kunden verkauft, installiert vom örtlichen Handwerk. Dazu werden auch Batteriespeicher angeboten.

Neues Geschäftsfeld Urbane Energiesysteme

Große strategische Bedeutung misst Kieser dem neuen Geschäftsfeld Urbane Energiesysteme zu. Neben einem Mieterstromprojekt werden derzeit mehrere Quartiersprojekte entwickelt, so im Stuttgarter Westen im 32.000 Quadratmeter großen Olga-Areal. Vorgesehen ist ein Nahwärmenetz für vier Baufelder, das aus einem neuen Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer thermischen Leistung von 207 Kilowatt gespeist wird. Darüber hinaus wird zur dezentralen Stromversorgung eine 280 Kilowatt starke PV-Anlage auf den Gebäudedächern errichtet.

Eine Zusammenarbeit besteht auch mit Porsche. Bis im kommenden Jahr soll das Stammwerk des Autobauers in Zuffenhausen mit Biogas zur Wärme- und Stromerzeugung versorgt werden. Es wird in einer Biogasanlage im Norden der Landeshauptstadt aus Abfallresten erzeugt. Die Abfallwirtschaft Stuttgart errichtet und betreibt die Anlage. Die Stadtwerke liefern das erzeugte Biogas an Porsche. Das Unternehmen betreibt damit mehrere BHKWs auf dem Werksgelände.

Vertrieb von Wallboxen läuft an

Im Anlaufen ist auch der Vertrieb für Wallboxen und Ladestationen für Elektrofahrzeuge an Privatkunden, berichtet Kieser. Aufgelegt wurde hierzu auch ein spezieller Ökostromtarif für die Ladestationen-Betreiber. (hcn)

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Mehr über die Stadtwerke Stuttgart, auch über die aktuellen Entwicklungen bei der Rekommunalisierung der Netze und dem Netzgeschäft, können Sie in der September-Printausgabe der ZfK lesen.

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