Dank eines Sondereffekts haben die Stadtwerke Weinheim das Geschäftsjahr 2020 mit einem deutlich höheren Gewinn in Höhe von 3,8 Mio. Euro (2019: 2,8 Mio.) abgeschlossen. Der Kommunalversorger konnte laut Pressemitteilung Rückforderungsansprüche der Bundesnetzagentur im Stromnetzbereich entkräften. Die coronabedingten Lockdowns hinterließen aber auch im operativen Geschäft Spuren.
Der Strom-, Gas- und Wärmeabsatz ging teils deutlich zurück, die Besucherzahlen im Bäderzentrum HaWei brachen ein. Vom Gewinn geht eine Million Euro in die Rücklagen; 2,8 Millionen Euro werden anteilsmäßig an die Gesellschafter – Stadt Weinheim, EnBW Kommunale Beteiligungen GmbH und Gemeinde Gorxheimertal – ausgeschüttet.
Investitionen in die Energie- und Wassernetze
Insgesamt 5,6 Millionen Euro hat das regionale Energieunternehmen allein im vergangenen Geschäftsjahr in die Zukunftsfähigkeit der Energie- und Wasserversorgung in seinem Versorgungsgebiet gesteckt. Sorgen bereiten Peter Krämer, dem Geschäftsführer der Stadtwerke Weinheim mit Blick auf die Zukunft vor allem die sich abzeichnende Senkung der Netzrenditen durch die Bundesnetzagentur.
„Die Herausforderungen werden mit fortschreitender Energiewende technisch größer, die Vorgaben des Gesetzgebers parallel umfangreicher und in Teilen nicht förderlich für die langfristige Versorgungssicherheit“, informierte er. Hier würden sich die geplanten Anpassungen der BNetzA kontraproduktiv auswirken. Denn auf der anderen Seite steigen die Preise für Dienstleistungen, Einkauf und Personal stark an.
„Das führt zu einer Deckungslücke insbesondere im Stromnetz. Und genau dies muss dringend massiv ausgebaut werden, um die Klimaziele erreichen zu können; man bedenke nur die zunehmende Elektrifizierung der Mobilität“ und die Umstellung auf mehr strombasierte Heizungen, führt Peter Krämer aus, „die Zukunft wird elektrischer.“ Im laufenden Jahr soll unter anderem der Bau der zweiten Verbindungsleitung vom Wasserwerk von Hemsbach nach Weinheim abgeschlossen werden.
Vertriebstochter Urbania schreibt wieder Gewinn
Positiv entwickelt hat sich im vergangenen Jahr die Vertriebstochter Urbania, die unter der Marke „meine StadtEnergie“ Strom und Gas vertreibt. Das Unternehmen, an dem auch die Stadtwerke Schwetzingen zur Hälfte beteiligt sind, verzeichnet ein Kundenplus von 9,5 Prozent. Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent gestiegen und belief sich zum Ende des Geschäftsjahres auf 9,7 Millionen Euro.
Die Gesellschaft erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2020 nach einem Verlust im Vorjahr wieder einen kleinen Gewinn. Die Beteiligung an der KomKo Wind GmbH entwickelte sichl laut den Stadtwerken planmäßig. Der Solarpark Königsbronn hatte nach 2020 ein weiteres außergewöhnlich gutes Geschäftsjahr. Die Stromerträge lagen infolge vieler Sonnenstunden auf dem Niveau des Vorjahres und mit 10.573 Megawattstunden knapp 9,5 Prozent über Plan. (hoe)


