Die Städtischen Werke Energie + Wärme modernisieren systematisch ihren Kraftwerkspark. Im Kraftwerk an der Dennhäuser Straße wurde jetzt eine Klärschlammbandtrocknung fertig gestellt, wie der Kassler Energieversorger mitteilt. Diese ermöglicht es dem Unternehmen, bereits 2025 – drei Jahre früher als ursprünglich geplant – aus der Kohleverbrennung auszusteigen.
Durch den neuen Bandtrockner können bereits in der kommenden Heizperiode 2020/2021 rund 8000 Tonnen fossile Braunkohle durch getrockneten, CO2-neutralen Klärschlamm ersetzt werden. Dadurch spart das Fernwärmekraftwerk rund zehn Prozent der bisherigen CO2-Emissionen im Jahr ein. In den folgenden Jahren sinken die Emissionen durch einen umfassenderen Einsatz von CO2-neutralen Brennstoffen weiter. Das Unternehmen wird bis Ende 2025 rund 28 Mio. Euro an dem Standort Dennhäuser Straße investieren.
Altholz und Klärschlamm führen zum Erfolg
Michael Maxelon, Vorstandsvorsitzender der Städtischen Werke, betont, dass am Standort Dennhäuser Straße in ressourcenschonender Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Fernwärme produziert werden: "So nutzen wir den eingesetzten Brennstoff zu über 83 Prozent aus. Ein konventionelles Kraftwerk liegt bei nicht einmal 40 Prozent. Fernwärme ist also die sauberste Wärme, unabhängig vom Brennstoff." Darüber hinaus soll zusätzlicher Klärschlamm sowie ab 2023 eingesetztes Altholz den Kohleanteil immer weiter reduzieren. Beide Stoffe können nach dem Einsatz im Kraftwerk weiterverwertet werden.
Nach der erfolgreichen Mitverbrennung von Klärschlamm seit 2016 war danach die vollständige Umstellung auf CO2-neutrale Brennstoffe bis 2028 vorgesehen. "Schon das war sehr ambitioniert, denn neben der Verwendung von selbst getrocknetem Klärschlamm war klar, dass wir weitere Mengen zukaufen müssen, um die rund 120.000 Tonnen Kohle im Jahr zu ersetzen, die wir aktuell verbrennen", sagt Maxelon. "Nach herausfordernden, aber letztlich erfolgreichen Verhandlungen ist uns das jetzt gelungen."
Modernisiertes Kraftwerk treibt Kohleausstieg voran
Der frühere Kohleausstieg hängt außerdem eng mit dem Einsatz einer neuen Turbine im Kraftwerk zusammen, die 2022 in Betrieb gehen soll. Die neue Anlage erlaubt es, dass das Kraftwerk künftig ganzjährig flexibel Strom und Wärme nach Anforderung auskoppelt. "Das gibt den kommunalen Lieferanten von nassem Klärschlamm eine ganzjährige Entsorgungssicherheit und ermöglicht uns, zusätzlichen trockenen Klärschlamm zur Kohlesubstitution zu gewinnen", erläutert Maxelon. "Nur durch dieses Bündel von Maßnahmen ist der Kohleausstieg bereits 2025 im Kraftwerk Kassel möglich – und damit 13 Jahre früher als vom Bund geplant. Ich bin stolz auf die Leistung, die unsere Ingenieure und Techniker hier gezeigt haben." (gun)
