Der norwegische Konzern Statkraft ist nach eigenen Angaben der größte Erneuerbarenerzeuger Europas.

Der norwegische Konzern Statkraft ist nach eigenen Angaben der größte Erneuerbarenerzeuger Europas.

Bild: © Statkraft

Das norwegische Energieunternehmen Statkraft ist nach eigenen Angaben bereits Europas größter Erzeuger von erneuerbarer Energie – und will noch weiter wachsen. Auf der Energiemesse E-world Energy & Water gab Statkraft nun die Ausbauziele für den deutschen Markt bekannt.

So streben die Norweger an, ab 2025 weltweit jährlich 2500 bis 3000 MW, entsprechend einer neuen Erneuerbare-Energie-Anlage, alle neun Tage zu bauen, wie Deutschlandchef Stefan-Jörg Göbel betonte. Auch in Deutschland werde das Unternehmen als Entwickler von Energieprojekten, Betreiber von erneuerbaren Energieanlagen, Vermarkter erneuerbarer Energie für eigene und Anlagen Dritter sowie als Industriepartner für nachhaltige Lösungen zum Gelingen der Energiewende beitragen.

"Wir bauen eine Organisation auf, die in der Lage sein wird, ab 2027 jährlich 300 bis 500 MW Wind- und Solarleistung in Deutschland zu entwickeln und zu bauen", so Göbel.

Bis 2030 plant das Unternehmen demnach, eine installierte Leistung von 2000 MW Wind- und Solaranlagen zu betreiben. Zusammen mit dem bestehenden flexiblen Anlagenportfolio in der Größenordnung von 1800 MW und seiner führenden Position als Energievermarkter sieht sich Statkraft bestens aufgestellt, die Energiewende umzusetzen. Als Entwickler ist das Unternehmen in Deutschland erst seit 2019 tätig.

Führender Anbieter von grünem Wasserstoff

Statkraft hat nach eigenen Angaben zudem das Ziel, ein führender Anbieter von grünem Wasserstoff in ausgewählten Märkten in Europa zu werden. In Deutschland plant das Unternehmen, im Jahr 2030 mindestens 250 MW installierte Elektrolyse-Leistung betriebsbereit zu haben.

Erst im April verkündete Statkraft, am bestehenden Kraftwerksstandort in Emden ein 10-MW-Pilotprojekt zu planen, das 2025 in Betrieb gehen soll, sofern die notwendigen Genehmigungen und Fördermittel vorliegen. Das Ziel sei es, in Emden bis 2030 Elektrolyseure zur Herstellung grünen Wasserstoffs mit einer Gesamt-Leistung von bis zu 200 MW angeschlossen an das zukünftige Wasserstoff-Pipelinenetz zu betreiben. Weitere deutsche Kraftwerksstandorte würden derzeit auf Ihr Potential für die Herstellung von grünem Wasserstoff geprüft.

Nutzung bestehender Infrastruktur

"Die Nutzung bestehender Infrastruktur zur Herstellung von grünem Wasserstoff ist aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen entscheidend", erläuterte Statkraft-Deutschlandchef Göbel. Der grüne Wasserstoff solle im ersten Schritt zur Dekarbonisierung des regionalen Verkehrssektors in Ostfriesland eingesetzt werden.

"Wenn wir im zweiten Schritt Elektrolyseure an das Pipelinenetz anschließen können, werden wir auch überregional Industrieunternehmen in großem Maßstab mit grünem Wasserstoff versorgen können."

Partner für die Industrie

Statkraft sieht sich zudem als starker Partner für die Industrie: Mit den Abschlüssen zahlreicher Stromabnahmeverträge habe das Unternehmen in den letzten zwei Jahren die Finanzierung und den Betrieb von rund 1000 MW förderfreier, erneuerbarer Kapazität in Deutschland ermöglicht. Auf der Verbraucherseite habe sich das Unternehmen in derselben Zeit als Partner der Industrie für gewerbliche und industrielle Großverbraucher entwickelt, die sowohl Nachhaltigkeits- und Klimaziele als auch eine Preisabsicherung in Zeiten hoher Strompreise erreichen möchten.

Mit dem Markthochlauf von Wasserstoff möchte der norwegische Vermarktungsspezialist die Dekarbonisierung von Industrieunternehmen durch den Verkauf von Grünstrom an Hersteller von grünem Wasserstoff weiter vorantreiben, aber auch Lösungen für einen optimierten Marktzugang von Wasserstoff für die Herstellerseite anbieten können. 

Nebeinander von CfDs und PPAs

Die zahlreichen Verbesserungen im EEG und den dazugehörigen Gesetzen begrüßen die Norweger, wie zum Beispiel die Erleichterungen bei den Genehmigungsverfahren für Solar- und Windprojekte in Deutschland. Diese werden nach Ansicht des Unternehmens ermöglichen, den stockenden Ausbau bei erneuerbaren Energien zu überwinden. Nachbesserungsbedarf sieht das Unternehmen jedoch bei der zukünftigen Förderung beziehungsweise Finanzierung des Ausbaus erneuerbarer Energien.

"Die Novelle des EEG setzt wichtige Akzente für eine erfolgreiche Energiewende", lässt sich Sascha Schröder, Vice President Central European Origination, in der Mitteilung zitieren. "Von zentraler Bedeutung ist jedoch, dass bei einer Umstellung des Fördersystems ein Nebeneinander von CfDs und PPAs möglich sein wird."

Keine Pflicht zu CfDs

Es sollte nicht verpflichtend werden, einen CfD abzuschließen, so Schröder weiter. Es bestehe die Sorge, dass die Einführung eines Contract-for-Difference-Fördersystems in Deutschland den sich entwickelnden Power-Purchase-Agreement-Markt ausbremste und den Terminmarkt zum Erliegen bringen werde. Dies sollte vermieden werden.

"Neben dem Aspekt der CO2-Reduzierung sind PPAs für Industrieunternehmen ein wichtiges Instrument für eine planbare und langfristige Absicherung gegen steigende oder stark fluktuierende Strompreise." (jk)

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