Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper erwartet hohe Nachzahlungen aus Großbritannien

Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper erwartet hohe Nachzahlungen aus Großbritannien

Bild: © Rolf Vennenbernd/dpa

Der Energiekonzern Uniper will seine Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien kräftig ausbauen. Bis zum Jahr 2025 soll eine Solar- und Windenergiekapazität von 1 Gigawatt aufgebaut werden, wie Uniper am Donnerstag mitteilte. In den darauf folgenden Jahren sollen weitere 3 Gigawatt hinzukommen.

Eine eigene Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien sei notwendig, um auf den Märkten für sogenannten grünen Wasserstoff erfolgreich wachsen zu können. «Grüner» Wasserstoff wird ausschließlich mit erneuerbarer Energie gewonnen. Er kann als Basis für Kraft- und Brennstoffe dienen, um etwa in Industrie und Verkehr die Nutzung von Kohle, Öl und Erdgas abzulösen.

Uniper zählt noch zu den großen Kohleverstromern

Das aus dem Eon-Konzern abgespaltene Unternehmen, das mittlerweile zu 75 Prozent im Besitz des finnischen Energieversorgers Fortum ist, gehört zu den großen Kohleverstromern in Europa. Uniper betreibt das erst in diesem Jahr ans Netz gegangene Steinkohlekraftwerk Datteln 4. Die Düsseldorfer besitzen aber auch zahlreiche Wasserkraftwerke.

Mit Ausnahme von Datteln 4 will Uniper seine anderen Kohlekraftwerke in Deutschland schrittweise bis 2025 abschalten. Bereits Ende des Jahres geht die erste Anlage vom Netz. Die frei werdenden Kraftwerksgelände könnten für die Ökostromerzeugung genutzt werden, hieß es bei Uniper. Der Energiekonzern hatte von Eon als Mitgift große Flächen erhalten, die jetzt für die Ökostromerzeugung genutzt werden könnten.

Fortum und Uniper präsentierten am Donnerstag erstmals eine gemeinsame Strategie. Die früheren Uniper-Manager hatten sich lange gegen eine Übernahme durch die Finnen gewehrt.

Stromerzeugung soll bis 2035 klimaneutral sein

Jetzt soll gemeinsam daran gearbeitet werden, spätestens bis 2050 im Gesamtkonzern und spätestens 2035 in der europäischen Stromerzeugung klimaneutral zu sein. Als Zwischenschritt solle die Erzeugungskapazität aus Kohlekraftwerken bis Ende 2025 auf weniger als die Hälfte reduziert werden, sagte Fortum-Präsident Markus Rauramo laut Mitteilung.

Die beiden Unternehmen wollen in den nächsten Jahren zunehmend voneinander profitieren. Beide Seiten sprachen von Synergien in Höhe von jährlich mehr als 50 Millionen Euro bis Ende 2023 und von bis zu 100 Millionen Euro bis 2025.

Kosteneinsparungen in IT und Verkauf

Laut Uniper geht es dabei zum Teil um Kosteneinsparungen unter anderem in der IT und im Einkauf. Auf der anderen Seite handele es sich aber auch um Wertsteigerungen, zum Beispiel durch die gemeinsame Vermarktung der Produkte. Dadurch werde für beide Unternehmen und deren Aktionäre ein Mehrwert generiert, erklärte Fortum.

Uniper betont in diesem Zusammenhang, dass das Unternehmen nach wie vor eigenständig agiere und deshalb auch kein Personalabbau geplant sei: Fortum hatte erklärt, bis mindestens Ende 2021 auf einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zu verzichten. (dpa/hoe)

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