Stromsperren vermeiden – das ist das Ziel des Prepaid-Stromangebots der EnergieRevolte, einer hundertprozentigen Tochter der Stadtwerke Düren (SWD). Ab Mai wird es diese Lösung auch als White-Label-Format geben. Erster Pilotkunde sind die Stadtwerke Aachen (Stawag). "Wir wollen gemeinsam mit der EnergieRevolte nicht nur ein Zeichen gegen Energiearmut setzen. Vielmehr geben wir Menschen mit Zahlungsproblemen größtmögliche Transparenz und somit Handlungsspielraum zurück", so Projektleiter Torsten Boeckers, Leiter der Vertriebssteuerung der Stawag. Der Aachener Kommunalversorger wird interessierten Kunden den Prepaid-Service voraussichtlich noch im zweiten Quartal 2020 zur Verfügung stellen. Bei der Weiterentwicklung des Services will die EnergieRevolte eng mit der Stawag kooperieren. 4,9 Millionen Haushalten in Deutschland wurde 2018 eine Stromsperre angedroht. 296.370 Anschlüsse wurden gesperrt.
Und so funktioniert die Prepaid-Lösung: Mit einer App kann der Kunde Stromguthaben in flexiblen Beträgen einkaufen und dann verbrauchen. In der Übersicht sieht er tagesgenau, wie viel Strom er verbraucht hat. Laut einer ersten Erhebung konnten die Kunden der EnergieRevolte ihren Stromverbrauch durch diese Visualisierung um bis zu 19 Prozent senken. In der White-Label-Version können über die App auch bereits entstandene Stromschulden in Kleinstraten abbezahlt werden.
Lösung optimiert Prozesse und spart Kosten
Heinrich Klocke, Geschäftsführer der Stadtwerke Düren, ist stolz auf das erste Start-up des Hauses und den Erfolg des jungen Unternehmens: "Die Lösung, die das engagierte Team erarbeitet hat, schützt nicht nur Kunden vor Stromsperren. Energieversorger haben damit auch die Möglichkeit, die Kundenzufriedenheit zu steigern, Prozesse zu optimieren und so letztlich auch Kosten zu sparen."
Rund 700 Kunden
Aktuell wird der Service laut einer Sprecherin der EnergieRevolte von rund 700 Kunden genutzt. Neben dem Rheinland wird das Produkt mittlerweile auch im Ruhrgebiet, im Raum Koblenz und bald auch in den Bundesländern Bremen, Hamburg und Berlin angeboten. Die SWD-Tochter verzeichnet ein reges Interesse von anderen Stadtwerken an dem White-Label-Produkt. Neben der Stawag hatte im vergangenen Jahr auch die Stolberger EWV an einem Pilotprojekt teilgenommen. Die White-Label-Lösung entstand in Zusammenarbeit mit dem IKT-Dienstleister T-Systems. Konkret wurde hierbei eine Cloud-Billing-Lösung der Telekom-Tochter um die Bezahloption Prepaid und das Verarbeiten von Zählerständen erweitert. (hoe)



