Die Unternehmenszentrale des Energiekonzerns Steag in Essen.

Die Unternehmenszentrale des Energiekonzerns Steag in Essen.

Bild: © Steag

Die Steag-Eigentümerin KSBG (Kommunale Beteiligungsgesellschaft) hat ihre Anschlussfinanzierung in trockenen Tüchern. Die KSBG hat laut Pressemitteilung mit einem Banken-Konsortium, bestehend aus 15 Bankhäusern, einen Kreditvertrag in Höhe von 353 Mio. Euro abgeschlossen. Dieses löst mit sofortiger Wirkung die bis Mitte 2020 auslaufende Finanzierung ab. Die sechs KSBG-Gesellschafter, die Stadtwerke Dortmund, Bochum, Dinslaken, Duisburg, Essen und Oberhausen, leisten über ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von insgesamt 100 Mio. Euro einen zusätzlichen Beitrag zu der Finanzierung – und das, obwohl fünf der dahinterstehenden Kommunen in den nächsten Monaten ihre Anteile zum Verkauf stellen wollen. Das neue Finanzierungspaket der KSBG hat eine Laufzeit bis 2023.

Das Gesellschafterdarlehen soll zum einen für eine Sondertilgung verwendet werden, zum anderen für eine Teilrückzahlung des Aufwärtsdarlehens, das die Steag selber zur ursprünglichen Finanzierung beigetragen hat. "Mit dieser Kombination aus Bankenkrediten, Aufwärtsdarlehen und den Darlehen der Gesellschafter haben wir eine optimale Finanzierungslösung gefunden", sagt Thomas Kufen, Vorsitzender des KSBG-Aufsichtsrates und Oberbürgermeister der Stadt Essen. Durch die Anschlussfinanzierung sinkt laut einem Artikel der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" die Zinslast für die KSBG nochmals deutlich.

Darlehensanteil entspricht nicht Beteiligung

Die Banken sollen demnach auf dem Gesellschafterdarlehen bestanden haben, quasi als ein Bekenntnis der Kommunen zur Steag. Hinter den Kulissen soll es laut "WAZ" ein heftiges Gerangel um die Höhe der jeweiligen Anteile an dem zusätzlichen Kredit gegeben haben. Bei der Mehrzahl der Kommunen entspricht der Darlehensanteil denn auch nicht der eigentlichen Höhe der Beteiligung an der Steag. Duisburg und Bochum überwiesen beispielsweise je zehn Mio. Euro, ihr Anteil an der KSBG liegt aber bei 19 respektive 18 Prozent. Oberhausen und Dinslaken mit einer Beteiligung von je sechs Prozent steuerten je zwei Mio. Euro bei.

"Es war wichtig, die Anschlussfinanzierung zu sichern, um danach neue Partnerschaften zu ermöglichen", kommentiert beispielsweise der Oberhausener Oberbürgermeister Daniel Schranz. "Mehr als zwei Millionen Euro Kredit ist für Oberhausen nicht zu stemmen, deshalb sind nun neue Partner für die Steag sinnvoll", ergäntz Hartmut Gieske, Geschäftsführer der Energieversorgung Oberhausen. Die ausstiegswilligen Kommunen ließen sich auch deshalb in die Pflicht nehmen, weil sie darauf setzen, dass sich die Anteile an einer finanziell gestärkten Steag besser verkaufen lassen.

Dortmund übernimmt Löwenanteil

Den Löwenanteil des Gesellschafterdarlehens stemmen die Dortmunder Stadtwerke mit 56 Mio. Euro, ihre Beteiligung liegt bei 36 Prozent. Auch die Stadt Essen, die über ihre Stadtwerke 15 Prozent an der Steag hält, übernimmt 20 Mio. Euro. "Ich bin froh, dass wir die Finanzierung erfolgreich aufgestellt haben. Wir stehen weiter zu dem Unternehmen und sehen das Geld als gut angelegt", kommentierte der Dortmunder Stadtwerke-Chef Guntram Pehlke. (hoe)

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