Der EWE-Aufsichtsrat hatte im Februar 2017 entschieden, den damaligen Vorstandschef Matthias Brückmann mit sofortiger Wirkung zu entlassen.

Der EWE-Aufsichtsrat hatte im Februar 2017 entschieden, den damaligen Vorstandschef Matthias Brückmann mit sofortiger Wirkung zu entlassen.

Bild: © EWE AG

Bis Ende des Jahres will der Energiekonzern EWE einen neuen strategischen Investor mit ins Boot holen, der die zur Veräußerung anstehenden Anteile in Höhe von 26 Prozent übernimmt. Der Verkaufsprozess befindet sich auf der Zielgeraden: Bis 30. September müssen die Bieter ein verbindliches Angebot abgeben. Laut dem EWE-Aufsichtsratsvorsitzenden Bernhard Bramlage sind aktuell noch vier Interessenten im Rennen, er sei mit der Resonanz sehr zufrieden. Dies berichtet die "Nordwestzeitung" in ihrer Ausgabe vom Mittwoch (4. September).

Um wen es sich dabei konkret handelt, dazu wollte sich der Chef des Kontrollgremiums naturgemäß nicht äußern. Laut der Regionalzeitung soll es sich dabei um die Deutsche Bank-Fondstochter DWS, die niederländische Pensionskasse PGGM und den Vermögensverwalter Swiss Life Asset handeln. Als vierter Kandidat gelten ein Joint Venture von Allianz Capital Partners und dem australischen Investor Macquarie oder die französische Private-Equity-Gesellschaft Ardian.

Unterschiedliche Interessenlagen

Die Entscheidungsphase soll laut einem Sprecher bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. "Viel spricht dafür, dass EWE das erste kommunale Unternehmen Deutschlands mit einem Private-Equity-Investor wird", kommentierte Steffen Apfel, Experte für Transaktionen im Energiesektor bei der Unternehmensberatung PWC Deutschland, in der "Börsenzeitung". Die spannende Frage bei solchen Partnerschaften werde sein, wie es gelinge, eine Unternehmensführung zu etablieren, die sowohl die Interessenslagen der kommunalen Mehrheitsgesellschafter als auch renditeorientierter Finanzinvestoren berücksichtigt.

Unzufriedenheit über in Aussicht gestellte Dividende?

Laut der renommierten Finanzzeitung sollen einige der Bieter unzufrieden mit der in Aussicht gestellten Dividende von angeblich jährlich 20 Mio. Euro und den eingeschränkten Mitspracherechten im Unternehmen gewesen sein. 74 Prozent der Anteile an EWE befinden sich in den Händen von 21 Landkreisen und kreisfreien Städten aus dem Nordwesten Deutschlands. Dem Vernehmen nach hofft EWE auf einen Verkaufserlös in Höhe von 1,5 Mrd. Euro. (hoe)

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