Dieter Steinkamp ist Vorstandsvorsitzender der Rheinenergie AG.

Dieter Steinkamp ist Vorstandsvorsitzender der Rheinenergie AG.

Bild: @ Rheinenergie

Dank eines auf Künstlicher Intelligenz basierenden Energiemanagement-Systems hat die Rheinenergie den Energiebedarf in einem Kölner Bestandsquartier signifikant senken können. Nun soll die Anwendung skaliert und in anderen Siedlungen in Köln implementiert werden. Um die anfallenden Daten nutzerorientiert auszuwerten und daraus Geschäftsmodelle zu entwickeln, will sich der Regionalversorger am IT-Dienstleister Urban Institute beteiligen. Das zuständige Ministerium stellt sich hier aber quer.

Bis zum Jahresende braucht man grünes Licht

Spätestens bis zum Jahresende benötigt die Rheinergie grünes Licht. "Die Kooperationspartner werden nicht ewig darauf werten, dass eine Behörde hier ihr Go gibt", sagt Rheinenergie-Chef Dieter Steinkamp im Gespräch mit der ZfK. Wer sich in diesem schnell verändernden Marktumfeld ein Jahr nicht weiter entwickeln könne, habe im Grunde schon verloren. Er ist aber zuversichtlich, das Ministerium letztlich von der Notwendigkeit der Beteiligung überzeugen zu können.

Smart City: "Stadtwerke in einer guten Ausgangsposition"

Der kommunale Spitzenmanager sieht Stadtwerke generell in einer guten Ausgangsposition beim Thema Smart City. "Wir haben den direkten Kundenzugang und ein sehr positives Image. Wir verstehen die Bedürfnisse des Kunden", ist er überzeugt. Branchenfremde Konkurrenten mit ihren digitalen Plattformen setzten oftmals auf eindimensionale Massenprozesse, die sich leicht handeln ließen. "Unser Nutzen für die Kunden liegt aber woanders: Wir lösen vor Ort die hochkomplexen Aufgaben rund um das Energiemanagement und das Erreichen der Klimaziele für unsere Kunden und Anteilseigner", so der promovierte Betriebswirtschaftler.

Gastgeber beim Stadtwerke-Kongress in Köln

Die Kunden könnten sich so auf die eigentlichen Herausforderungen ihres Geschäfts konzentrieren. Auf diese Weise habe man beispielsweise seit Jahren den größten Kunden, den Automobilhersteller Ford, halten und binden können. Die Rheinenergie ist am 18. und 19. September Gastgeber beim Stadtwerke-Kongress in Köln. Steinkamp wird dort über die Smart-City-Aktivitäten des Regionalversorgers referieren, deren Fokus liegt vor allem im Wärmebereich.

"Auf Datenbasis in Echtzeit reagieren"

"Smart City bedeutet, dass bestehende Aktivitäten anders vernetzt werden und ein Mehrwert entsteht, und dass wir zunehmend auf Datenbasis in Echtzeit reagieren können", so Steinkamp. Insofern sei der Smart-City-Ansatz die ideale Langfristzielsetzung, um sich als Stadtwerk im Sinne einer vorausschauenden Daseinsvorsorge weiter zu entwickeln. Der Kundenzugang sei heute im Wesentlichen ein Datenzugang.

Ob Energieversorgung, ÖPNV oder Entsorgung – in all diesen Feldern engagierten sich Stadtwerke seit langem. "Wir müssen die vorliegenden Daten jetzt so aufbereiten, dass wir daraus smarte Lösungen oder digitale Geschäftsmodelle generieren können", appelliert der Vorstandsvorsitzende der Rheinenergie. Letztlich docke das Kölner Unternehmen sein Know-how ja auch immer wieder an derartige mehrwertschaffende Kundenlösungen an.

Schritt für Schritt Richtung Smart City

"Wenn wir die Energie- und Wärmeversorgung im Quartier optimieren, dann bündeln wir auch die Energieflüsse in dieser Siedlung und binden diese in unser Virtuelles Kraftwerk ein", sagt Steinkamp. Die Übergänge seien fließend. Mit jedem Schritt, den man mache, könne man sich den nächsten wieder erschließen. "So kommen wir dann letztlich in Richtung einer echten Smart City." (hoe)

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Einen Artikel über die Smart-City-Aktivitäten der Rheinenergie und die politischen Hürden bei der Entwicklung datenbasierter Geschäftsmodelle lesen Sie in der September-Ausgabe der ZfK.

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