Beim Vergleichsportal Verivox stehen seit einigen Wochen in der Standardsuche nicht immer die günstigsten Gas- und Stromtarife ganz oben. Grund sind Anpassungen – konkret die Veränderung weniger Häkchen -, die Verivox im Dezember vergangenen Jahres vorgenommen hat. Das zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest. Die gemeinnützige Verbraucherorganisation rät deshalb aktiven Kunden, die regelmäßig ihren Gas- und Stromtarif wechseln, Verivox zu meiden und sich stattdessen bei mehreren Vergleichsrechnern informieren.
Laut dem Bericht hat das Vergleichsportal Ende 2019 alle voreingestellten Filter bei der Erstanfrage abgeschafft. Die Verbraucher sollen so auf Basis ihrer eigenen Präferenzen bestimmen, welche Tarife am besten für sie geeignet sind. Als Orientierung dienen beispielsweise Kundenbewertungen oder Tarifdetails. Geblieben sind nur zwei Einstellungen: Zum einen sieht der Verbraucher nur die Tarife, bei denen das Portal eine Provision erhält, zum anderen sortiert das Unternehmen die Ergebnisliste nach dem günstigsten Preis des ersten Vertragsjahres abzüglich der Boni.
24-Monats-Tarif ganz oben im Ranking
Mittlerweile empfiehlt Verivox auch Tarife mit einer Lauftzeit von 24 Monaten und diese landen zum Teil ganz oben in den Rankings. Laut einer Erhebung der Stiftung Warentest rangierte beispielsweise zwischen dem 27. und 31. Januar bei seiner Standardsuche für einen Berliner Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 kWh immer ein 24-Monats-Tarif von Immergrün an erster Stelle.
Herangezogen wird dabei immer nur der Preis für das erste Vertragsjahr. "Betrachtet man den Gesamtpreis für 24 Monate findet man den Plätzen vier bis zwölf andere Tarife, die billiger sind als der Erstplatzierte", schreibt die Stiftung Warentest. Die Untersuchung wurde am Wochenende in verschiedenen überregionalen Medien zitiert, darunter auch im "Spiegel".
Verivox kündigt Prüfung an
Gegenüber dem Nachrichtenmagazin erklärte Verivox eine umgehende Prüfung der in dem Bericht der Stiftung Warentest aufgeführten Sachverhalte an. Gleichzeitig bekräftigte das Unternehmen, es sei bei Vergleichsportalen üblich, dass Nutzer den Filter gemäß ihrer Suchkriterien selbst einstellten. Die Änderung der Voreinstellungen sollen den Verbrauchern "das gesamte Potenzial des Marktes zur Verfügung zu stellen". (hoe)