Thomas Schäfer hat eine Erhöhung des Netzentgeltes in Berlin von rund 4,7 Prozent prognostiziert.

Thomas Schäfer hat eine Erhöhung des Netzentgeltes in Berlin von rund 4,7 Prozent prognostiziert.

Bild: © Stromnetz Berlin

Stromnetz Berlin plant für 2019 mit einer Investition von 194 Mio. Euro. Dies stellt den höchsten Wert der vergangenen Jahre dar, erklärte Thomas Schäfer, Vorsitzender der Geschäftsführung, bei einer Pressekonferenz in Berlin. 2013 lag die Investitionstätigkeit noch bei 113 Mio. Euro. Dabei verteilen sich die Investitionen in drei wesentliche Bereiche: Etwas mehr als die Hälfte des Geldes (103 Mio. Euro) fließt in den "Erhalt und die Modernisierung" des Stromnetzes und jeweils knapp ein Viertel der Gesamtsumme mit etwa 50 Mio. Euro in "Digitalisierung" und 41 Mio. Euro in die Herausforderungen, die sich aus der "wachsenden Stadt Berlin" ergeben.

Größte Einzelprojekte bei den Ausgaben in die Strominfrastruktur der Stadt sind dabei die Weiterführung der Arbeiten am neuen "Netzknoten Charlottenburg" und am neuen Umspannwerk "Wuhletal" (beide Inbetriebnahme 2020) sowie die abschließenden Aktivitäten zur Elektrifizierung der neuen "Europacity" neben dem Hauptbahnhof. Wegen des Fitmachens der Umspannwerke fließt in diesen Bereich auch das meiste Geld: 68 Mio. Euro.

Digitalisierung des Netzes

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeiten ist die Digitalisierung des Netzes. Schließlich soll Berlin das smarteste Metropolennetz Deutschlands bekommen. Bereits seit 2010 läuft das Programm, Netzstationen fernsteuerbar zu machen. Von insgesamt 8000 Netzstationen seien jetzt bereits 2000 mit moderner Fernsteuertechnik ausgestattet.

Stromnetz Berlin ist nicht nur dabei, das 10.000-V-Netz fernsteuerbar zu machen, das Unternehmen will auch das Niederspannungsnetz künftig weiter modernisieren: Bis zum Jahr 2022 soll eine Warte entstehen, um eine zentrale Niederspannungsbetriebsführung aufzubauen. Damit wäre Stromnetz Berlin Vorreiter in Deutschland in diesem Gebiet.

Vergabeentscheidung wird jederzeit erwartet

Im Rahmen des Konzessionsverfahrens um das Berliner Stromnetz rechnet Stromnetz-Chef Schäfer mit einer sehr schnellen Vergabeentscheidung, die in den nächsten Wochen erfolgen kann. Bekanntlich ist die letzte Konzession im Jahr 2014 ausgelaufen. Die Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin hatte das Verfahren durch Klagen in die Länge gezogen. Im Oktober hat das Unternehmen vor Gericht auch in zweiter Instanz eine Niederlage hinnehmen müssen. Um die Konzession bewerben sich: Stromnetz Berlin, der Landesbetrieb Berlin Energie und die Genossenschaft Bürger­energie Berlin. (al)

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