Weihten mit der TREA 2 Gießens modernstes Kraftwerk ein (von links): Matthias Funk, technischer Vorstand der Stadtwerke Gießen (SWG), Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, Jens Schmidt, kaufmännischer Vorstand der SWG, Astrid Eibelshäuser, Aufsichtsratsvorsitzende der SWG,
Regierungspräsident Christoph Ullrich, Olaf Berger, Vizepräsident der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), Fritz Richarts, emeritierter Professor der THM, Matthias Fink, Leiter Wärmeversorgung bei den SWG und Jens Hanig, verantwortlicher Projektleiter der SWG.

Weihten mit der TREA 2 Gießens modernstes Kraftwerk ein (von links): Matthias Funk, technischer Vorstand der Stadtwerke Gießen (SWG), Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, Jens Schmidt, kaufmännischer Vorstand der SWG, Astrid Eibelshäuser, Aufsichtsratsvorsitzende der SWG, Regierungspräsident Christoph Ullrich, Olaf Berger, Vizepräsident der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), Fritz Richarts, emeritierter Professor der THM, Matthias Fink, Leiter Wärmeversorgung bei den SWG und Jens Hanig, verantwortlicher Projektleiter der SWG.

Bild: © Stadtwerke Gießen

Die Stadtwerke Gießen (SWG) gießen erwirtschafteten 2019 rund 9 Mio. Euro Gewinn, dies gaben sie auf ihrer Bilanzpressekonferenz bekannt. Die Stadt als Eigentümerin bekommt 2,5 Mio. Euro ausgeschüttet. Die Gewinnersteigerung erklärt sich durch verschiedene Faktoren.

Einen Teil trug der anhaltende Bauboom und der damit einhergehende Vertriebserfolg zu. Auch interne optimierte Prozesse spielen eine Rolle. Aber essenziell waren die Sondereffekte.

EEG-Nachzahlungen und Verkauf von Beteiligungen

Dazu gehören die Erträge aus einer EEG-Nachzahlung von 2018 und dem Verkauf von Beteiligungen. "Wir haben uns in den vergangenen Jahren sehr genau mit unserer eigenen Effizienz beschäftigt und hier vieles spürbar verbessert. Jetzt ernten wir die Früchte dieser Arbeit", fasst der Kaufmännische Vorstand, Jens Schmidt, zusammen.

Seit März 2019 fahren nun auch alle Busse der SWG-Tochter MIT.BUS mit Bioerdgas – also nahezu CO2-neutral.

Effiziente Wärmeversorgung mit BHKW und Müllverbrennung

Einen vergleichbaren Weg haben die SWG auch in Sachen Wärmeerzeugung eingeschlagen. Sie weihten 2019 die Thermische Reststoffbehandlungs- und Energieverwertungsanlage (TREA) 2 ein. Wie TREA 1 dient auch in der neuen Anlage hochkalorischer Abfall als Brennstoff.

Die entscheidende Weiterentwicklung der TREA 2 liegt aber darin, dass sie nicht nur Wärme, sondern auch Strom erzeugt.

Denn die SWG-Ingenieure haben in diesem weltweit wohl einzigartigen System eine Abfallverbrennung mit effizienten Blockheizkraftwerken kombiniert. "Das sorgt nicht nur für eine bessere Ausnutzung der eingesetzten Primärenergie, sondern macht die TREA 2 zudem extrem flexibel", freut sich der Technische Vorstand, Matthias Funk.

Das sind die Projekt für 2020

Die SWG-Tochter smartSTADTwerke arbeitet 2020 unter Hochdruck an zwei zentralen Projekten: In diesem Jahr beginnt der Rollout sogenannter Smartmeter. Diese intelligenten Zähler sind essenzieller Baustein für die Energiewende.

Im zweiten Projekt geht es um das Thema E-Mobilität. Hier beschäftigen sich die Experten mit der Entwicklung eines Ladeverbunds. „Unter dem Dach der smartSTADTwerke kooperieren inzwischen neun regionale Energieversorger.

Bundesgefördertes Projekt: Vernetztes Nahverkehrsangebot

Ein weiteres Forschungsprojekt, für das die SWG sogar Fördergeld vom Bund erhalten, soll das Nahverkehrsangebot deutlich verbessern: Die SWG und die MIT.BUS tüfteln an einem System, das die Fahrgastzahlen in den Bussen in Echtzeit visualisiert und mit vielen anderen wichtigen Parametern in Verbindung bringt.

Damit wird es schon bald möglich sein, Fahrpläne zu optimieren – sowohl was den Komfort als auch die Wirtschaftlichkeit angeht. Denn wer genau weiß, wann wie viele Personen einen bestimmten Bus nutzen, kann ein exakt dafür passendes Fahrplanangebot entwickeln.

Corona erschwert das Jahr

Deutlich schwerer als in den Jahren zuvor fiel es den beiden Vorständen, konkrete Zukunftspläne vorzustellen. Was die Pandemie wirtschaftlich für die Stadtwerke Gießen bedeutet, dürfte sich frühestens im Herbst abzeichnen. Wie viele andere Energieversorger bleiben die SWG auf bereits bestellten Mengen sitzen, weil Industrie und Gewerbe wegen des Lockdowns nicht wie prognostiziert Strom und Erdgas abnahmen. Dazu kommen Einnahmeausfälle im Nahverkehr und bei den Bädern.

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise kommt das positive Unternehmensergebnis aber gerade rechtzeitig. "Wir sind wirklich froh, dass wir für die kommenden Monate und Jahre entsprechende Rücklagen aufbauen konnten", bringt es der Kaufmännische Vorstand auf den Punkt. (gun)

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