Massive Zuwächse im bundesweiten Energievertrieb, der Ausbau des Erneuerbarenportfolios und das Erreichen eines wichtigen Meilensteins im Geschäftsfeld Immobilienwirtschaft haben das Geschäftsjahr 2019 der Stadtwerke Heidenheim AG-Unternehmensgruppe geprägt. Der Kommunalversorger, der mit seiner eigenen Handelsabteilung im internationalen Energiehandel tätig ist, erwirtschaftete im vergangenen Jahr dabei rund 74 Prozent seiner Umsätze mit Kunden aus dem Bundesgebiet.
Hohe Zuweisung in die Rücklagen
Vor allem aufgrund eines um über 50 Prozent gesteigerten Stromabsatzes stieg der Umsatz im vergangenen Jahr deutlich auf 305 Mio. Euro (Vorjahr: 247 Mio. Euro). Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstäigkeit lag nach Verlustübernahme für die Bäder und den Verkehrsbereich bei 23 Mio. Euro (Vorjahr: 25 Mio.). Rund 10,8 Mio. Euro wurden in die Rücklagen eingestellt. Der Bilanzgewinn in Höhe von rund 3,3 Mio. Euro (VJ: 3,2 Mio.) nach Steuern wurde im Wesentlichen an die Stadt Heidenheim als Alleingesellschafterin ausgeschüttet.
Leichter Rückgang beim Gasabsatz
Im Stromvertrieb setzte das Unternehmen deutschlandweit 2,22 Mrd. kWh (Vorjahr: 1,46 Mrd.) Strom ab. Der Stromabsatz im eigenen Netzgebiet blieb hingegen nahezu stabil mit 203,8 Mio. kWh (Vorjahr: 205,5 Mio. kWh). Geringere Abanhmen im Großkundenbereich führten beim bundesweiten Gasabsatz hingegen zu einem Rückgang auf rund 3,27 Mrd. kWh (Vorjahr: 3,35 Mrd.). Der Absatz in den eigenen Gasnetzen lag bei 941,3 Mio. kWh (907,8 Mio.).
Lieferverträge mit elf Stadtwerken
Die jährlichen Schwankungen in der Strom- und Gasabgabe sind laut der Stadtwerke AG im Wesentlichen auf Absatzveränderungen im Energiehandel zurückzuführen. Das gelte auch für den deutlichen Anstieg beim Stromabsatz. Im vergangenen Jahr wurden elf Stadtwerke mit (Teil-)Energielieferungsverträgen von Heidenheim aus bedient.
Windportfolio klettert auf über 130 MW
Das eigene Windpark-Portfolio hat die kommunale Unternehmensgruppe mit dem Erwerb von insgesamt 16 weiteren Windenergieanlagen an vier verschiedenen Standorten in Mittel- und Norddeutschland um über 38 MW ausgebaut. Das gesamte Windkraftportfolio hat damit eine Leistung von über 130 MW. Wie in den Vorjahren wurden anderen Stadtwerken Beteiligungsmöglichkeiten eingeräumt.
Umfangreiche Beteiligungsoptionen
Die Stadtwerke AG bietet maximal 74,9 Prozent Beteiligungsoptionen je Projekt an und behält 25,1 Prozent an der jeweiligen Projektgesellschaft und übernimmt die kaufmännische Betriebsführung. Hier kooperiert das Unternehmen mit einem "flexibel agierenden Netzwerk" aus über 30 Partnern, um weitere Investitionen in erneuerbare Energien zu realisieren.
"Die Stadtwerke AG erwirbt auf eigenes Risiko bundesweit Erneuerbare-Energie-Projekte, optimiert und betreibt diese und bietet erst dann ihren Stadtwerke-Partnern nahezu risikolose Beteiligungsoptionen an", verdeutlichte Stadtwerke AG-Vorstand Dieter Brünner.
Stadtwerke AG betreiben Hotel-Apartments
Im Geschäftsfeld Immobilienwirtschaft konnte das Brenzpark Center fertiggestellt werden. Dabei handelt es sich um ein neues Gewerbeobjekt. Die Flächen für die bisherigen Mieter Penny-Markt einen Getränkemarkt wurden deutlich erweitert. Außerdem entstand zusätzlicher Raum für das neue Hotel "ECOME", betrieben von der In.hotel GmbH und sechs Hotel-Apartments (Brenzpark Boarding), betrieben von der Stadtwerke AG.
Neues Tochterunternehmen
Ebenfalls im Geschäftsjahr 2019 wurde die FT Energiepartner GmbH – ein 100 Prozent Tochterunternehmen der Stadtwerke AG – gegründet. Zu den Geschäftsfeldern der Gesellschaft gehören zum einen die Bereiche Instandhaltungsmanagement, Wärmecontracting, Elektromobilität sowie der Bau- und Betrieb von PV-Anlagen, welche vorwiegend in Frankenthal (Pfalz) und der Region erbracht werden sowie zum anderen der bundesweite Energievertrieb (Strom, Gas, Wärme) für Privat-, Gewerbe- und Geschäftskunden, Energieberatung und die Erbringung von Energiedienstleistungen aller Art (z. B. Thermografieaufnahmen, Energieausweise, etc). (hoe)

