Der 37-jährige Jens Meier ist seit Jahresbeginn Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Lübeck und Co-Geschäftsführer der Stadtwerke Lübeck Holding.

Der 37-jährige Jens Meier ist seit Jahresbeginn Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Lübeck und Co-Geschäftsführer der Stadtwerke Lübeck Holding.

Bild: © Stadtwerke Lübeck

Die Stadtwerke Lübeck wollen den Bereich Smart City und Digitalisierung zu einem eigenständigen Geschäftsfeld entwickeln. Dieser soll künftig die zu erwartenden, regulierungsbedingt rückläufigen Einnahmen von ein bis zwei Mio. Euro pro Jahr im Netzbereich kompensieren. "Datenversorgung und Datensicherheit ist eine hoheitliche Aufgabe, die wir als Stadtwerke übernehmen wollen", erklärte der Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Lübeck, Jens Meier, in einem Interview mit den "Lübecker Nachrichten".

Die Stadt Lübeck habe den Stadtwerken den klaren Auftrag gegeben, sich neben dem Betrieb, der Instandhaltung und Modernisierung der Energie- und Wassernetze auch um den Aufbau und Betrieb der Glasfaser- und Funknetze zu kümmern.

LoRaWAN-Netz wächst

Das mehrheitlich kommunale Unternehmen plant in den nächsten zehn Jahren Investitonen von rund 80 Mio. Euro in den Glasfaserausbau. Innerhalb dieses Zeitraums sollen bis zu 80 Prozent der Haushalte am Netz sein, so Meier. Man werde Lübeck Stadtteil für Stadtteil erschließen. Der erste Spatenstich soll noch im laufenden Jahr erfolgen. Auch beim Aufbau des LoRaWAN-Netzes sieht Meier die Stadtwerke Lübeck auf Kurs. Das Netz sei von sechs auf 38 Antennen angewachsen.

Erste Pilotprojekte wie die Smart-Kita oder die Suche nach freien Parkplätzen per App liefen bereits an. In einer Lübecker Kindertagesstätte werden über batteriebetriebene Multisensoren beispielsweise Daten zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Kohlendioxid, Lautstärke und Helligkeit erhoben und über das LoRaWAN-Netz übermittelt. Wenn bestimmte Grenzwerte, beispielsweise beim Kohlendioxid überschritten werden, erhalten die Verantwortlichen über ihr Smartphone oder ein Tablet eine Alarmierung.

Große Netzgesellschaft: Votum der Gremien steht noch aus

Für das abgelaufene Jahr rechnet Meier mit einem positiven Geschäftsergebnis, die genauen Zahlen stellte er für das Frühjahr in Aussicht. Auch für das laufende Jahr erwartet er einen Jahresüberschuss. Mit diesem sollen Altschulden abgebaut, aber auch der Ausbau der neuen Geschäftsfelder forciert werden.

Auch die geplante gemeinsame Netzgesellschaft mit der Hansewerk-Gruppe sieht der Stadtwerkechef auf einem guten Weg. Hier müssen die politischen Gremien in 2020 noch zustimmen. Bei einem positiven Votum gehe es rückwirkend zum 1.1. 2020 los, sagte Meier. (hoe)

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