"Wir hätten uns im ersten Jahr unserer Verantwortung andere Zahlen gewünscht": 
Die Geschäftsführung der Stadtwerke Neumünster, bestehend aus Thomas Junker (links) und Timo Schmelzle, ist erst seit Januar 2017 im Amt und musste erst einmal eine interne Restrukturierung einleiten.

"Wir hätten uns im ersten Jahr unserer Verantwortung andere Zahlen gewünscht": Die Geschäftsführung der Stadtwerke Neumünster, bestehend aus Thomas Junker (links) und Timo Schmelzle, ist erst seit Januar 2017 im Amt und musste erst einmal eine interne Restrukturierung einleiten.

Bild: © Stadtwerke Neumünster

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Neumünster (SWN) hat laut Medienberichten einstimmig den früheren Unternehmenschef Bernd Michaelis zum dritten Geschäftsführer berufen. Der 67-Jährige soll als künftiger Sprecher der Geschäftsführung offenbar die weitere Sanierung des wirtschaftlich angeschlagenen Kommunalkonzerns koordinieren, berichtet die Lokalzeitung "Holsteinischer Courier". Ob es sich dabei um ein befristetes oder unbefristestes Mandat handelt, ist nicht bekannt. Offen ist offenbar auch die Zukunft der seit Anfang 2017 amtierenden SWN-Doppelspitze um den technischen Geschäftsführer Thomas Junker und den kaufmännischen Geschäftsführer Tino Schmelzle. Während der Aufsichtsrat sich bisher noch nicht zur zukünftigen Führungsstruktur des SWN-Konzerns geäußert hat, gab die aktuelle SWN-Führungscrew gegenüber Personal und Lokalpresse ein öffentliches Statement ab.

"Ob mit oder ohne uns entscheidet der Aufsichtsrat"

"Die Entscheidung des Aufsichtsrates haben wir zu respektieren. Klar ist auch, dass persönliche Interessen und Befindlichkeiten hinter dem Wohl der Stadtwerke zurückstehen müssen. Wir werden über die Feiertage in Ruhe beratschlagen und danach mit dem weiteren Geschäftsführer überlegen, wie der Sanierungskurs der Stadtwerke am besten fortgeführt werden kann. Ob mit oder ohne uns muss dann der Aufsichtsrat entscheiden", erklärten Junker und Schmelzle. Das lässt einigen Raum für Spekulationen. Die Kieler Nachrichten deuten dies bereits als Aufforderung an das Kontrollgremium, den Geschäftsführern ein attraktives Abfindungsangebot zu unterbreiten.

Doch angesichts der nach SWN-Angaben guten Fortschritte beim laufenden Kosteneinsparungs- und Effizienzsteigerungssprogramms wäre es genauso gut denkbar, dass die beiden aktuellen Geschäftsführer vor allem ein Interesse haben dürften, den von ihnen eingeleiteten Restrukturierungskurs erfolgreich zu Ende zu führen. Dann müsste für sie aktuell im Vordergrund stehen, erst einmal auszuloten, ob und wie dies in der Konstellation mit einem neuen Sprecher der Geschäftsführung gelingen kann und wie die Kompetenzverteilung aussehen soll.

Wirtschaftsplan 2019 vor kurzem gebilligt

Nach Millionenverlusten in 2017 und 2018 erwartet die SWN-Geschäftsführung für das kommende Geschäftsjahr die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Der Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2019 war erst vor kurzem einstimmig vom Aufsichttsrat gebilligt worden, kurz danach wurden die Pläne zur Installierung eines dritten Geschäftsführers bekannt. Schmelzle und Junker hatten kurz danach kritisiert dass sie nie über die Gründe der Erweiterung der Führungsspitze informiert worden seien. Ihre Befürchtung: damals: Die Ernennung eines dritten Chefs würde die aktuelle Leitung des Konzerns handlungsunfähig machen, zu Konflikten in der Geschäftsführung führen und die Restrukturierung des SWN-Konzerns erschweren. (hoe)

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