Die Ergebniskrise der Stadtwerke Neumünster (SWN) hat sich mittlerweile zu einer lokalpolitischen Schlammschlacht entwickelt: Das Bild zeigt die mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage der SWN.

Die Ergebniskrise der Stadtwerke Neumünster (SWN) hat sich mittlerweile zu einer lokalpolitischen Schlammschlacht entwickelt: Das Bild zeigt die mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage der SWN.

Bild: © SWN

Die Bemühungen rund um die Restrukturierung der angeschlagenen Stadtwerke Neumünster (SWN) gleichen immer mehr einer lokalpolitischen Schlammschlacht. Laufend kommt es zu Indiskretionen, immer wieder werden den Lokalmedien Informationen zugespielt, um die öffentliche Stimmung zu beeinflussen. Der jüngste Ärger um die Anpassung der Zahlungsbedingungen für die Lieferanten und Dienstleister ist zwar in erster Linie ein Beispiel für missglückte Unternehmenskommunikation, gleichzeitig ist er aber auch Teil eines orchestrierten politischen Machtkampfs um die Zukunft der Stadtwerke.

In dieser Woche hat die Einkaufsabteilung der SWN die Kunden, Lieferanten und Dienstleister mit einem Schreiben über neue Zahlungsmodalitäten informiert. Diese Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen gelten rückwirkend zum 1. Dezember. Zahlt die SWN eine Rechnung innerhalb der ersten 14 Tage nach Erhalt erwartet sie fünf Prozent Skonto. Bei Begleichung innerhalb von 30 Tagen drei Prozent. Rechnungen ohne Abzug können innerhalb von 90 Tagen beglichen werden.

"Nicht in diesem Tonfall"

Ungewöhnlich an dem Schreiben waren offenbar die Tonalität und die Tatsache, dass die Umstellung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen ohne Vorinformation erfolgte und den betroffenen Unternehmen zum Teil zu wenig Zeit blieb, um den Änderungen zu widersprechen. Entsprechend hagelte es Kritik. "Das ist eine Frechheit. So geht man nicht mit Lieferanten um, schon gar nicht in diesem Tonfall", bringen die "Kieler Nachrichten" den Tenor auf den Punkt.

"Schreiben hat das Haus zu früh verlassen"

Am Donnerstag ruderte die Unternehmensspitze der SWN zurück. "Wir gestehen zu, dass das Schreiben zu den Zahlungskonditionen das Haus zu früh verlassen hat: Der Tenor ist nicht sehr freundlich. Das tut uns leid", teilten die Geschäftsführer Tino Schmelzle und Thomas Junker mit. Alle Kunden, die darüber irritiert waren, werden gebeten, mit den SWN Kontakt aufzunehmen. Die Einspruchsfrist wurde mittlerweile verlängert. "Ein gutes partnerschaftliches Verhältnis ist uns wichtig. Das wollen wir nicht aufs Spiel setzen", heißt es. (hoe)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper