Die Stadtwerke Osnabrück (SWO) haben in den vergangenen Jahren viel Know-how bei der Erschließung, dem Rückbau und der anschließenden Vermarktung von Konversionsflächen erworben. Nun plant das zu 100 Prozent kommunale Unternehmen den Einstieg in den Hochgeschossbau und sucht dazu auf der eigenen Homepage unter anderem bereits einen Architekten und einen Projektsteuerer, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ)". 50 bis 100 Wohneinheiten im Jahr wolle die städtische Tochter bauen, erklärte Marcel Haselof, Leiter des Geschäftsbereichs Immobilien bei den SWO und gleichzeitig Prokurist bei der Stadtwerke-Erschließungstochter Esos.
Esos hat in den vergangenen Jahren nach dem Rückzug der britischen Armee im Auftrag der Stadt die dortigen Kasernenareale übernommen und zum Teil vermarktet. Das sogenannte Landwehrviertel wird beispielsweise zu einem Wohngebiet entwickelt. In dem Neubaugebiet will die Stadtwerketochter aktuell zwei Gebäude kernsanieren und darin rund 70 altersgerechte Wohnungen bauen. Zudem ist die Errrichtung eines Mehrfamilienhauses mit 20 Wohnungen geplant. "Wir sehen eine Menge Potenzial in diesem Geschäftsbereich, unsere Tochterfirma Esos hat dort viel Kompetenz erworben. Wir wollen dieses Geschäftsfeld weiter ausbauen und prüfen, wie wir weiter dienstleistend tätig werden", sagt Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer auf ZfK-Anfrage. Auch die Frage weiterer Gebietsflächenerschließungen befinde sich noch in der intenen Abklärung.
Bürgerentscheid über kommunale Wohnungsgesellschaft
Sollten die Stadtwerke in den Geschosswohnungsbau einsteigen, wären sie endgültig ein ernsthafter Akteur im Osnabrücker Wohnbaumarkt. In der niedersächsischen Stadt steht am kommenden Wochenende ein Bürgerentscheid über die Gründung einer kommunalen Wohnungsgesellschaft an. Sollte das Votum postiv ausfallen, kann sich Haselof eine Zusammenarbeit mit dem neuen kommunalen Player gut vorstellen. Die Stadtwerke könnten diesem dann ihr Know-how anbieten und "womöglich als Dienstleister" fungieren. (hoe)



