Der steuerliche Querverbund zwischen der Stadt und den Stadtwerken Passau (SWP) ist seit Jahren austariert. Der 100 Prozent kommunale Versorger erwirtschaftet nach dem Ausgleich von Millionendefiziten in der ÖPNV- und Bädersparte in der Regel eine kleine schwarze Null, es gibt auch Jahre mit einem geringfügigen Defizit. Weil im ÖPNV ab kommendem Jahr Mehrkosten, beispielsweise durch neue Linien, drohen, hat sich die Stadt grundsätzlich bereit erklärt, einen Teil der Verluste in den Defizitsparten zu übernehmen.
"Momentan können wir die Verluste im Bäderbereich und ÖPNV aus dem laufenden Geschäft kompensieren. Wenn künftig neue große Aufgaben hinzukommen sollten, muss man die Finanzierung neu ausbalancieren. Darüber findet aktuell eine vorsorglich geführte Diskussion statt", erklärte SWP-Chef Uwe Horn auf ZfK-Anfrage. Das niederbayerische Oberzentrum hat im vergangenen Jahr den ÖPNV europaweit neu ausschreiben.
Investitionen in E-Mobilität und Smart-Meter-Rollout
"Die Regulierung und der intensive Wettbewerb drücken auf die Marge, gleichzeitig können wir die Preise nicht beliebig erhöhen. Steigen die Betriebskosten, wird es schwer, die Ergebnisse im positiven Bereich zu halten", so Horn. Neben den möglichen Mehrkosten im ÖPNV müssen neben den laufenden Investitionen in die Netze künftig auch noch der Ausbau der E-Mobilität und der Smart-Meter-Rollout finanziert werden.
Die Verluste der großen Defizitsparten Bäder und ÖPNV beliefen sich in Passau im vergangenen Jahr allein auf sieben Mio. Euro. Die SWP haben in den vergangenen knapp 20 Jahren über 70 Mio. Euro investiert, viele dieser Aufwendungen sind fremdfinanziert. Eine Eigenkapitalquote von über 40 Prozent stehen deshalb Verbindlichkeiten von über 50 Mio. Euro gegenüber.
Breites Spektrum an Geschäftsfeldern
Im Geschäftsjahr 2017 erwirtschaftete das Unternehmen einen Jahresüberschuss von circa 150.000 Euro, bei einem Umsatz von knapp 94 Mio. Euro. Für 2018 liegen noch keine belastbaren Zahlen vor. Die Unternehmensgruppe beschäftigt 432 Mitarbeiter. Die wichtigsten Geschäftsfelder sind Strom, Erdgas, Wärme, Wasser, Telekommunikation, Bäder, ÖPNV, Parken sowie Hafenbetrieb für die Personenschifffahrt. (hoe)



