Überraschender Gewinneinbruch bei den Stadtwerken Pforzheim (SWP): Der mehrheitlich kommunale Versorger rechnet für das laufende Jahr "nur noch" mit einem Überschuss von 4,2 Mio. Euro, ursprünglich war man von einem Ergebnisniveau von circa zehn Mio. Euro ausgegangen. Die Gewinnausschüttung an die Stadt als Mehrheitseigner (65 Prozent der Anteile) und den Minderheitsgesellschafter Thüga (35 Prozent) entfällt. Begründet werden die Mindereinnahmen unter anderem mit einer Neubewertung von Stromlieferverträgen im bundesweiten Vertrieb. "Hintergrund sind unter anderem neue marktbedingte und gesetzliche Rahmenbedingungen, die die Werthaltigkeit der Kunden zum Teil deutlich reduziert haben", teilen die SWP auf ZfK-Anfrage mit. Die Anpassungen erfolgen in der Planungsphase für 2019 und ziehen eine Korrektur des Gesamtergebnisses für 2018 nach sich.
Stadt verschiebt Haushaltsabstimmung
Weiterhin führten die "sehr warmen Witterungsbedingungen im vierten Quartal im Bereich Fernwärme und Gasvertrieb zu einem Rückgang des zu erwartenden operativen Gewinns", heißt es weiter. Insgesamt handle es sich um einen Einmaleffekt im Ergebnis des Geschäftsjahres 2018, Auswirkungen auf die Folgejahre schließt das Unternehmen aus. "In den kommenden Jahren planen die SWP mit einem Ergebnis von über zehn Mio. Euro", teilt der Versorger mit. Die Stadt Pforzheim hatte für das Jahr 2019 fest eine Gewinnausschüttung in Höhe von 6,5 Mio. Euro von den SWP im Haushalt eingeplant, die Finanzlage der baden-württembergischen Kommune mit rund 120000 Einwohnern ist seit längerem angespannt. Wegen der jüngsten Entwicklungen wurde die für den gestrigen Dienstag (18. Dezember) geplante Abstimmung über den Haushalt 2019 und ein neues Bäderkonzept auf eine Sondersitzung im Januar verschoben.
Die SWP sind für die Bereiche Energieversorgung, Energieerzeugung, Netze sowie Wärme, Trinkwasser und Telekommunikation zuständig. Die Gewinnausschüttungen der SWP fließen an den Eigenbetrieb Pforzheimer Verkehrs- und Bäderbetriebe. Laut einem Artikel der "Pforzheimer Zeitung" will Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch vorsichtshalber auch für 2020 keine Gewinnausschüttung der Stadtwerke im städtischen Haushalt einplanen. Der erwartete SWP-Überschuss in Höhe von 4,2 Mio. Euro für das laufende Geschäftsjahr soll laut Medienberichten zu einer weiteren Stärkung des Eigenkapitals des Unternehmens verwendet werden. Die Eigenkapitalquote der SWP liegt mit über 37 Prozent aktuell auf einem soliden Niveau. (hoe)



