"Wir wollen auch in Zukunft die zuverlässige, nachhaltige und günstige Strom- und Wärmeversorgung der Steiner Bürger sicherstellen", so René Lukas, Geschäftsführer der Stadtwerke Stein. Daher wurde mit der Technischen Hochschule Amberg-Weiden ein Energiekonzept speziell für die Stadtwerke erarbeitet, teilte das Unternehmen mit. Damit soll eine nachhaltige Energieversorgung auch im Winter gesichert werden.
"Das Ergebnis ist der ergänzende Baustein der Energiewende: ein innovatives Kraft-Wärme-Kopplungssystem für Stein – dezentral und nachhaltig", sagt Lukas. Der Wärmebedarf für das bereits vorhandene Fernwärmenetz mit 1200 Wohnungen und Häusern wird damit zukünftig im Sommerhalbjahr vor allem aus erneuerbaren Energien über Wärmepumpen gewonnen. Im Winter wird Wärme und Strom sektorübergreifend durch ein neues Blockheizkraftwerk erstellt mit einer Leistung von 2 MW. Allein damit kann die zuverlässige Stromversorgung von über 5000 Steiner Haushalten in den Wintermonaten sichergestellt und gleichzeitig können über 25.000 Tonnen CO2 eingespart werden.
Zehn Mio. Euro Fördermittel fließen nach Stein
Das Energiekonzept wird von Bayern Innovativ und dem bayerischen Wirtschafts- und Energieministerium gefördert. In einer Machbarkeitsstudie wurde die Umsetzbarkeit des Konzepts bereits mit einem positiven Ergebnis geprüft. "In Stein haben wir ideale Rahmenbedingungen für das Kraft- Wärme-Kopplungs-System gefunden: ein sehr guter Zustand des Fernwärmenetzes sowie effiziente Vorlauftemperaturen", betont Markus Brautsch, Leiter des Instituts für Energietechnik der Technischen Hochschule Amberg-Weiden.
Auch der regelmäßige Austausch mit anderen Stadtwerken, die ähnliche Systeme bereits gebaut haben und betreiben, hat das Vorhaben bestätigt. Daher haben sich die Stadtwerke Stein bei einer bundesweiten Ausschreibung mit ihrem iKWKSystem beworben – und durchgesetzt: Circa zehn Millionen Euro Fördermittel fließen in den nächsten 15 Jahren nach Stein. Diese werden für die notwendigen Investitionen und den laufenden Betrieb genutzt. Die weiteren Planungen und Auftragsausschreibungen sind für dieses Jahr geplant, Bau und Inbetriebnahme in den beiden Folgejahren.
Bürger erwarten Engagement
Der Druck auf die Stadtwerke ist hoch: Über 87 Prozent der Bürger erwarten, dass Stein und seine Stadtwerke aktiv zur Energiewende beitragen. Dies ergab eine Umfrage der Stadtwerke. Durch die "Bürgerkraftwerke" nehmen die Bürger aktiv an der Energiewende teil und beteiligen sich an dezentralen Energieprojekten. So wurden dadurch Photovoltaik-Anlagen auf dem Wasserwerk, der Grundschule Neuwerker Weg und dem BRK-Haus inklusive Speicher realisiert. Weitere PV-Anlagen sind in Planung oder bereits konkret projektiert.
Mit der PV-Anlage auf dem Gebäude der Stadtwerke "tanken" die Elektrofahrzeuge des Stadtwerk-Fuhrparks direkt PV-Strom und setzen bereits die vieldiskutierte Sektorkopplung erfolgreich um. Zudem werden weitere 14 öffentliche Ladepunkte in Stein für die E-Mobilität zur Verfügung gestellt. Wichtig ist dem Geschäftsführer, dass die Bürger und Kunden der Stadtwerke mit einbezogen werden. Informationsveranstaltungen und ein Tag der offenen Tür sind in Planung. Auch Beteiligungsmöglichkeiten, wie beim Erfolgsmodell Bürgerkraftwerke, sind in Arbeit. (gun)



