Bis 2025 sollen mindestens 95 Prozent der Einwohner von Velbert (Nordrhein-Westfalen) die Glasfaser-Technologie nutzen können. Das Netz, das die Stadtwerke Velbert aktuell verlegen, wird bis zu 1000 MBit pro Sekunde schnell sein. Die Investitionen für den Breitbandausbau belaufen sich auf rund 100 Mio. Euro. Gemäß Aufsichtsratsbeschluss können die Stadtwerke 50 Prozent des Investitionsvolumens über die Aufnahme von Krediten finanzieren. Das entsprechende Darlehen hat der mehrheitlich kommunale Versorger über die Online-Kreditplattform Loanboox aufgenommen.
Die Ausschreibung des Kreditvolumens über den digitalen Marktplatz ist für die Stadtwerke Velbert eine Premiere. "Wir haben uns bewusst für diesen Weg entschieden, weil wir den Kreditprozess so transparent und effizient wie möglich abwickeln wollten", sagt Marcus Berghaus, kaufmännischer Leiter und Prokurist bei den Stadtwerken Velbert. Auf der internetbasierten Plattform kann ein Kreditnehmer seine Finanzierungsanfrage hinsichtlich Höhe, Laufzeit, Zinsbindung und Rückzahlungsmodalitäten in wenigen Minuten einstellen. Registrierte Kapitalgeber können daraufhin ihre Angebote eingeben. Sagt dem Kreditnehmer ein Angebot zu, lässt sich der Kreditprozess auf der Plattform digital abschließen.
100 Investoren simultan angesprochen
Statt einzelne Banken manuell anzuschreiben, konnten die Stadtwerke Velbert mit der plattformgestützten Ausschreibung zu gleichen Parametern über 100 Investoren simultan ansprechen. Mehrere Banken haben sich schließlich an der Ausschreibung beteiligt. Den Zuschlag erhielt eine überregional tätige Geschäftsbank, die den besten Zinssatz für die Laufzeit von 10 Jahren abgegeben hatte. Darin eingebunden waren zinsgünstige Refinanzierungsmittel, die die NRW.BANK bereitgestellt hatte.
"Schnelles Internet ist ein Zukunftsthema, denn mit einer weitgehenden Breitband-Versorgung stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft in NRW", sagt Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK. "Dabei ist es auch wichtig, bei der Finanzierung neue Wege zu gehen. Die digitale Vermittlung von Förderprodukten bietet die Möglichkeit, den Förderprozess für die Kunden, die Hausbanken und auch für uns noch einfacher und effizienter zu gestalten."
Loanboox will Kooperationen mit Förderbanken ausweiten
"Das Ergebnis bestätigt unseren Weg, Kooperationen mit den Förderbanken auszuweiten, um für unsere Kunden bei förderfähigen Investitionen günstige Refinanzierungsmittel einbinden zu können. Wir sind bereits mit einigen Förderbanken im Gespräch, mit dem Ziel, deren Förderangebote und Refinanzierungsmittel auf der Plattform transparent zu machen“, ergänzt Jan Eibich, Geschäftsführer der Loanboox GmbH. Das Interesse aus der Kommunalwirtschaft an dem Webportal entwickelt sich laut dem Unternehmen sehr gut. Derzeit hätten knapp 30 Stadtwerke einen Zugang zur Plattform, heißt es auf ZfK-Anfrage. Sechs Abschlüsse seien bereits erfolgt. Weitere Anfragen seien derzeit live auf der Plattform. (hoe)



