Die Stadtwerke Zeitz (Sachsen-Anhalt) haben in einem ersten Projekt gemeinsam mit der Hochschule Merseburg die Möglichkeit der Verwertung von Hanfabfallprodukten als Brennstoff in Kleinfeuerungsanlagen untersucht. "Daraus ergaben sich vielversprechende Ansatzpunkte. Nun muss der Pelletierungsprozess ausgearbeitet und bestehende Verbrennungsanlagen auf Bedarfe des Energieträgers angepasst sowie optimiert werden", heißt es in der Pressemitteilung. Im nächsten Schritt ist eine Testanlage geplant.
Suche nach geeigneten Kesseltypen
Außerdem soll es für den Pelletierungsprozess eine Zertifizierung geben. Christoph March von den Stadtwerken schätzt die Dauer des Folgeprojektes auf drei Jahre. Die Stadtwerke suchen deshalb gemeinsam mit der Hochschule nach entsprechenden Fördermittelmittelprogrammen. Die Projektkosten werden mit knapp 400.000 Euro veranschlagt.
„Im Feldversuch möchten wir eine Testanlage auf Kloster Posa bauen. An diesem historischen Ort gibt es die Bereitschaft, diesen Energieträger auszuprobieren. Wir wollen herausfinden, welche Kesseltypen geeignet sind und eine marktreife Anlage nach dem Probezeitraum haben“, sagt Christoph March.
Projektskizze ist in Arbeit
„Wir sehen eine Chance für den Hanf“, sagte Matthias Deus Geschäftsführer der Stadtwerke Zeitz. In seinem ersten Hanfprojekt in der Kooperation mit der Hochschule Merseburg hatte der Kommunalversorger laut Deus die Grundlagenuntersuchungen für Hanfprodukte als Energieträger gelegt. Dietmar Bendix von der Hochschule Mersebeurg sieht in der Wiederetablierung von Hanf als Nutzpflanze eine Chance, im Rahmen des Strukturwandels neue lokale Wertschöpfungsketten zu initiieren. Dazu seien kleine fördermittelbasierte Projekte unabdingbar.
Die Zeitzer Stadtwerke wollen bis Ende September die Projektskizze bei der Staatskanzlei abgeben. Bereits im nächsten Jahr könnte – bei einem positiven Fördermittelbescheid – die Testanlage auf Kloster Posa errichtet werden. (hoe)



