Mit einer Netzverfügbarkeit von 99,9 Prozent kann der deutsch-niederländische Netzbetreiber im ersten Halbjahr 2019, trotz steigender Einspeisung der Erneuerbaren, das hohe Niveau der Versorgungssicherheit wahren. Um dies auch in Zukunft zu gewährleisten hat der Übertragungsnetzbetreiber verschiedene Projekte ins Leben gerufen, um unter anderem die Auslastung des bestehenden Netzes durch IT-Lösungen zu erhöhen oder mit dem P2G-Projekt "Element Eins" die Volatilität der Regenerativen auszugleichen.
Gleichzeitig stieg der nachhaltige Umsatz von Tennet um 10,2 Prozent auf 2,166 Mrd. Euro. Gründe dafür sind vor allem höhere Erlöse infolge gestiegener Netzkosten und einer wachsenden Anlagenbasis des Unternehmens. Das nachhaltige EBIT erhöhte sich von 362 Mio. Euro (erstes Halbjahr 2018) auf 407 Mio. Euro. Der Anstieg ist teilweise auf eine in den Niederlanden veränderte regulatorische Behandlung von Kosten, die mit dem Netzbetrieb zusammenhängen, zurückzuführen. Dazu gehören zum Beispiel Kosten für Netzverluste und Regelenergie.
Investitionen über eine Mrd. Euro
Darüber hinaus investierte Tennet 1,094 Mrd. Euro in die deutschen und niederländischen Hoch- und Höchstspannungsnetze (erstes Halbjahr 2018: 904 Mio. Euro.), davon 612 Mio. in Deutschland. Vor kurzem waren geplante Umstrukturierungen bei Tennet bekannt geworden, die sich eventuell auf den Netzausbau auswirken könnten.
Auch im Offshore-Bereich bleibt Tennet weiterhin erfolgreich. In Deutschland hat das Unternehmen das 14. Offshore-Anbindungssystem, DolWin 5, vergeben. Langfristig soll die Offshore-Übertragungskapazität von 6.232 MW bis 2024 auf fast 9000 MW erhöht werden. Für die Niederlanden sind bis 2030 insgesamt 10.600 MW an Kapazität geplant.
Grüne Finanzierung
Mit mittlerweile mehr als acht Milliarden Euro an ausgegebenen Anleihen für Investitionen in die Anbindung von Offshore-Windenergie ist Tennet der größte Emittent grüner Anleihen in den Niederlanden. Im Mai gab das Unternehmen eine grüne Anleihe in zwei Tranchen (elf und 20 Jahre) über insgesamt 1,25 Mrd. Euro aus.
Tennet-CFO-Otto Jager: "Wir haben eine ausgewiesene Erfolgsbilanz bei Emissionen und uneingeschränkten Zugang zum Fremdkapitalmarkt. Dies gibt uns ausreichend Möglichkeit, unsere beträchtlichen Investitionsprogramme kosteneffizient zu finanzieren. Um jedoch unser starkes Kreditrating beizubehalten, erwarten wir, dass wir innerhalb der nächsten fünf Jahre auch zwei bis drei Milliarden Euro an Eigenkapital beschaffen müssen. Wir befinden uns in konstruktiven Gesprächen mit unserem Anteilseigner, um hier einen gangbaren Weg zu finden." (pm)