Bild: © Thüga

Die Stadtwerkegruppe Thüga hat das Geschäftsjahr 2019 erfolgreich abgeschlossen. Der Bilanzgewinn der Thüga Holding lag mit 277,5 Mio. Euro zwar unter dem Vorjahreswert von 301,7 Mio. Euro. Dies ist laut Pressemitteilung jedoch vorwiegend auf den Wegfall eines positiven Einmaleffekts in 2018 zurückzuführen. Die kommunalen Anteilseigner erhalten mit 26,80 Euro je Stückaktie die zweithöchste Dividende seit dem Erwerb der Thüga von der Eon im Jahr 2009.

"Die kommunale Thüga hat im Geschäftsjahr 2019 erneut ihre wirtschaftliche Stabilität und zukunftsfeste Aufstellung unter Beweis gestellt. Unsere Partnerunternehmen konnten – auch dank der umfassenden Beratungs- und Dienstleistungsangebote der Thüga – ihr Kerngeschäft sichern, die Energiewende vor Ort weiter vorantreiben und bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder Fortschritte erzielen", erklärt Michael Riechel, Vorsitzender des Vorstands der Thüga Aktiengesellschaft. Dies stimme ihn zuversichtlich, dass die Unternehmen der Thüga-Gruppe auch die aktuelle Covid-19-Krise meistern werden.

Riechel appelliert an die Politik

Zugleich rechnet der Thüga-Chef aufgrund des Shutdowns mit Umsatz- und Ergebniseinbußen bei den Partnerunternehmen, die sich phasenversetzt 2021 im Thüga-Beteiligungsergebnis niederschlagen werden. Die enge Zusammenarbeit innerhalb der Thüga-Gruppe sowie die intensive Nutzung der Thüga-Plattformen könne hier die wirtschaftlichen Folgen der Krise für die Partnerunternehmen und die kommunalen Mitgesellschafter dämpfen, zeigte er sich zuversichtlich. "Zugleich aber steht die Politik in der Pflicht, nach Bewältigung der akuten Krise noch mehr als zuvor die richtigen Weichen für die Energiewende und mehr Klimaschutz zu stellen sowie Investitionen in die Infrastrukturen anzureizen."

Die finanzwirksamen Investitionen des Thüga Holding Konzerns lagen im vergangenen Jahr bei 34,7 Mio. Euro. Das ist deutlich weniger als die 180 Mio. Euro im Vorjahr als sich Thüga mittelbar an der BS Energy beteiligte. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit im vergangenen Jahr lag auf verschiedenen Plattform- und Innovationsthemen. Vor allem die Bereiche Digitalisierung und erneuerbare Energien standen im vergangenen Jahr erneut im Fokus der Aktivitäten.

Plattform soll Abrechnungsprozesse effizient abwickeln

Mitte 2019 startete das Projekt „Thüga-Abrechnungsplattform“, kurz: TAP. Mit rund 100 Projektmitarbeitern aus mehreren Partnerunternehmen und der Thüga ist es eines der derzeit größten Projekte innerhalb des Stadtwerkeverbunds. TAP soll Abrechnungsprozesse im Commodity-Bereich effizient und weitestgehend automatisiert abwickeln. Das gemeinsame Vorgehen soll für das einzelne Partnerunternehmen bessere Preise und Leistungen erzielen – und Lösungen, die auf die spezifischen Anforderungen der Thüga-Gruppe angepasst sind.

Verstärkter Support im Bereich Digitalisierung

Bereits seit 2016 treiben die Unternehmen der Gruppe gemeinsam mit Thüga die Digitalisierung voran, um die Produktivität im Kerngeschäfts zu erhöhen sowie neue Produkte und Geschäftsmodelle zu etablieren. Neben dem Start des TAP-Projekts hat Thüga in den vergangenen Monaten weitere Schritte unternommen, um dem wachsenden Beratungs- und Dienstleistungsbedarf der Partnerunternehmen in diesem Bereich zu entsprechen.

So hat die Natuvion GmbH im April 2019 eine Plattform für Prozessautomatisierung gegründet. Seit Mitte des vergangenen Jahres wurde außerdem die Zusammenführung der beiden Plusgesellschaften Conergos GmbH & Co. KG und Thüga SmartService GmbH vorbereitet, die wie geplant zum Jahresbeginn umgesetzt wurde. Damit wurde laut Thüga einer der größten Digitalisierungs-Partner der Branche gegründet, der unter dem etablierten Namen Thüga SmartService energiewirtschaftliches Know-how mit digitaler Entwicklungs- und Umsetzungskompetenz verbindet.

Einsatz für die Energiewende vor Ort

Die Unternehmen der Thüga-Gruppe treiben zudem die Energiewende vor Ort weiter aktiv voran. Die Thüga Erneuerbare Energien (THEE) konnte auch unter schwierigen Marktbedingungen in den vergangenen Monaten, die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen weiter ausbauen. Die THEE hat inzwischen acht Solarparks mit insgesamt 14,2 MWp in Betrieb. Das Windenergieportfolio wuchs auf 282 MW, die in 27 Windparks erzeugt werden. Der Dekarbonisierung von Industrie, Verkehr und Wärme dient unter anderem das Reallabor „Westküste 100“, an dem sich die Thüga-Gruppe beteiligt. Ziel ist der Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft im industriellen Maßstab. (hoe)

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