Angezielt ist bei der Kooperation eine hoch automatisierte Abwicklung und digitaler Service speziell für Stadtwerke und Startups. Hinzu kommt eine smarte Abrechnung auch für Non-Commodity-Produkte.

Angezielt ist bei der Kooperation eine hoch automatisierte Abwicklung und digitaler Service speziell für Stadtwerke und Startups. Hinzu kommt eine smarte Abrechnung auch für Non-Commodity-Produkte.

Bild: © putilov_denis/AdobeStock

Klimaneutralität, Nachhaltigkeit, Dekarbonisierung und Digitalisierung: Der Transformationsdruck auf die Energiewirtschaft nimmt stetig zu. Dennoch zeigen sich die Energieunternehmen mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten 12 Monaten optimistisch.  

Das zeigt die neue Marktstudie „Energiewelt im Wandel: Auswirkung der Transformation auf etablierte und neue Geschäftsmodelle“ von der Managementberatung Atreus aus München. Für diese wurden im September und Oktober 2021 knapp 400 Top-Manager aus der Energiewirtschaft befragt. 


 

In diesen Bereichen wird das größte Wachstum erwartet

So geht die Mehrheit der Befragten (59 Prozent) von einem Konjunkturaufschwung aus. 13 Prozent erwarten sogar einen Boom. Das größte Wachstum hinsichtlich der einzelnen Wirtschaftszweige wird im Bereich der Energiespeicherung (64 Prozent) erwartet, gefolgt von Dienstleistungen und Applikationen (48 Prozent) sowie Übertragung (46 Prozent). 

In Sachen Digitalisierung in der Energiewirtschaft gebe es dagegen noch ordentlich Nachholbedarf. 46 Prozent der Studienteilnehmer sehen große Defizite, aber immerhin gute Initiativen. 35 Prozent attestieren viel Spielraum nach oben, wobei die Branche langsam aufhole und nur drei Prozent bewerten die Energiewirtschaft sehr gut aufgestellt. 

Das sind die wesentlichen Transformationstreiber

Wesentliche Treiber der branchenbedingten Transformation sind an erster Stelle Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung (87 Prozent), gefolgt von der Digitalisierung und Daten (51 Prozent) sowie Preis- bzw. Kostendruck (34 Prozent). Der Bedarf nach Transformation ist in der Energiewirtschaft laut der Teilnehmer hoch (50 Prozent) bis sehr hoch (48 Prozent). 

„Gewinner werden die Unternehmen sein, die es schaffen, Bewährtes zu erhalten und sich gleichzeitig zu erneuern – sowohl durch digitalisierungsbedingte und technologische Innovationen als auch durch konsequente Anpassung und Erneuerung des Geschäftsmodells“, sagt Martin Schulz, Direktor und Leiter der Solution Group Energie und Umwelt bei Atreus. 

Sind Technologiekonzerne die größten Veränderer des Energie-Marktes?

76 Prozent der Studienteilnehmer sehen in der technologischen Weiterentwicklung (Sensorik, Software, KI) die Top-Maßnahme, um den Transformationsprozess zu beschleunigen. Immerhin knapp 60 Prozent setzen auf neue Geschäftsmodelle und glauben an zusätzliche Umsatzströme durch neue Services oder Produkte. Als größte „Veränderer“ des Energie-Marktes stufen die Befragten die Technologiekonzerne (52 Prozent) ein. Knapp 50 Prozent glauben hingegen an die Transformationsstärke der Großkonzerne und nur 31 Prozent an Start-ups respektive Scale-ups. 

Insgesamt sind sich die Studienteilnehmer jedoch weitestgehend einig: Es brauche mehr Tempo in der Energiewende (66 Prozent). Das werde aber nur gelingen, wenn Bezahlbarkeit, Versorgungsicherheit und Klimaschutz gleichermaßen berücksichtigt werden (71 Prozent). (hoe)

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