Die Restrukturierung der Stadtwerkekooperation Trianel trägt erste Früchte. Auf der Bilanzpressekonferenz am 24. Juli in Düsseldorf wird das Unternehmen wieder ein positives Ergebnis präsentieren, versicherten die Geschäftsführer Sven Becker (Sprecher) und Oliver Runte im Interview mit der ZfK. Die Projektentwicklung habe sich im Geschäftsjahr 2017 als stärkste Ertragssäule des Unternehmens behauptet. Die Rückkehr in die schwarzen Zahlen ist aber auch Sondereffekten, unter anderem dem Verkauf der Vertriebsplattform T-PED zu verdanken. Für das laufende Jahr wird operativ eine weitere Ergebnisverbesserung erwartet.
"In vielen Bereichen arbeiten wir anders als vor eineinhalb Jahren"
Für das Geschäftsjahr 2016 hatte Trianel erstmals einen Millionenverlust ausweisen müssen und zehn Prozent der Stellen abgebaut. Der Grund: Die Gewinne im Kerngeschäft Handel und Projektentwicklung reichten nicht mehr aus, um die jährlichen Verluste in Höhe von rund zehn Mio. Euro aus den konventionellen Assetbeteiligungen zu kompensieren. Im Rahmen der Restrukturierung wird im gesamten Unternehmen nun eine weitreichende Digitalisierungsstrategie umgesetzt, in der Handelssparte wurden Abläufe umfassend automatisiert. "In vielen Bereichen arbeiten wir heute anders als noch vor eineinhalb Jahren", sagt Sven Becker.
Im Zuge der Umstrukturierung wurden Fachbereiche zusammengelegt, unter anderem Trading & Origination und Energiewirtschaft. Aufgrund dieser Veränderungen und der Konsolidierung der Leitungsebene haben mehrere bekannte Führungskräfte, wie beispielsweise die früheren Trianel-Bereichsleiter für Energiewirtschaft Alexander Kox (heute Geschäftsführer beim Beratungsunternehmen BET) und Stefan Sewckow (heute Geschäftsführer MVV Trading) die Trianel verlassen. Die beiden Trianel-Geschäftsführer Becker und Runte bewerten dies als normalen Bestandteil dieses Veränderungsprozesses. "Es gehört zum Geschäftsmodell dazu, dass wir Leute gut ausbilden für den Markt. Wenn diese dann prominente Positionen in der Energiewirtschaft finden, ist das für uns auch eine Anerkennung", sagt Sven Becker.
"Weiterhin eine schlagkräftige Mannschaft"
Trianel habe aber auch viele bekannte Gesichter und Leistungsträger im Unternehmen gehalten und junge Potenzialträger in das Unternehmen integriert, "sodass wir weiterhin eine schlagkräftige und hochmotivierte Mannschaft haben", bekräftigt der Sprecher der Geschäftsführung. Die im vergangenen Jahr entstandenen personellen Lücken habe man adäquat schließen können, man sei mit den Nachbesetzungen sehr zufrieden. Darunter befinden sich auch prominente Zugänge wie Reinhard Klimeck von Uniper (heute Bereichsleiter Handel und Portfoliomanagement bei Trianel) oder Herbert Muders von Juwi (heute Bereichsleiter Projektentwicklung Onshore bei Trianel). (hoe)
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Wie weit Trianel bei der Umsetzung des Restrukturierungsprogramms ist und was das insbesondere für das Midstreamgeschäft bedeutet, lesen Sie in der Juliausgabe der ZfK.
