Nachrichten

Trianel schreibt wieder schwarze Zahlen

Nach dem Verlustjahr 2016 hat Trianel im letzten Jahr 1,7 Mio. Euro verdient. Doch der Weg hin zu einer erfolgreichen Umstrukturierung ist noch nicht vollendet.
30.07.2018

Windpark in Nordhessen in Bau: Die Trianel GmbH mit Sitz in Aachen plant neue Windkraftanlagen in ganz Deutschland.

Ein Jahr der Umstrukturierung liegt hinter der Trianel GmbH. Die Trianel PED wurde an Vattenfall verkauft, und auch die Rechte an Offshore-Windparks gingen wie geplant in andere Hände. Sieben Mio. Euro brachten diese einmaligen Transaktionen ein. Dazu kam ein anspruchsvolles Sparprogramm, das den Umfang von 7,5 Mio. Euro hat und bereits zu 80 Prozent umgesetzt ist. Trotz weiterhin auflaufenden Verlusten in der Sparte der konventionellen Energie konnte Trianel damit für 2017 einen Gewinn von 1,7 Mio. Euro ausweisen.

Der Umsatz von Trianel steigerte sich 2017 deutlich, und zwar um rund 40 Prozent von 2,13 Mrd. auf 3,07 Mrd. Euro. Das schlägt sich jedoch wegen des Margendrucks am Markt nur zu kleineren Teilen in Gewinnen nieder. Angesichts der unsicheren Lage wurde der 2017 erwirtschaftete Gewinn daher nach Angaben von Geschäftsführer Oliver Runte vollständig thesauriert. Durch operative Effekte konnten zudem die Rückstellungen von 37,6 auf 40,5 Mio. Euro erhöht werden.

Versorgungssicherheit vs. Kohleausstieg

Sven Becker, der Sprecher der Geschäftsführung, weist darauf hin, dass das Restrukturierungsprogramm deutliche operative Verbesserungen gebracht habe. Die Verluste des vergangenen Jahres seien wesentlich durch „regulatorische Verwerfungen der Märkte“ ausgelöst worden, womit er sowohl die Energiepolitik als auch den steigenden Margendruck meint. Der Kohleausstieg bedeute einen massiven Wertverlust der Kraftwerksbeteiligungen – Becker spricht dementsprechend von einer „Margen- und Assetkrise“, der Trianel ausgesetzt sei.

Becker begrüßt, dass es politische Instrumente wie die Kohlekommission gibt, mit denen der Kohleausstieg bewältigt werden soll. Doch die Problemlage sei sehr komplex, und die Zeit bis zu einem Endbericht, der schon zum Jahresende vorliegen soll, sei enorm kurz. In diesem Zusammenhang fordert er, dass emissionsintensive Kraftwerke eher vom Netz gehen sollten als umweltfreundlichere Blöcke. „Braunkohle vor Steinkohle vor Kraft-Wärme-Kopplung, und alles unter dem Vorzeichen der Versorgungssicherheit“, das sei das Ziel. Dies könne, auf ganz Deutschland bezogen, dazu beitragen, „dass wir in der Verfehlung der Klimaziele etwas entlastet werden“.

Kommt die Kohlekraft doch noch zurück?

Becker beklagt weiter, dass 2017 energiepolitisch ein „Jahr des Stillstands“ war. In Nordrhein-Westfalen (NRW) stelle die politisch gewollte, aber nicht verbindlich geltende neue Abstandsregelung für Windkraftanlagen von 1500 Metern zur Wohnbebauung sowie die negative Haltung der NRW-Landesregierung zum Programm „Wind im Wald“ einen Störfaktor dar, denn die Genehmigungen für neue Windkraftanlagen würden nun nur noch sehr vorsichtig erteilt. Für Bund und Land besteht nach seinen Worten nur geringe Hoffnung, dass in den laufenden Legislaturperioden wirkliche Fortschritte in der Energiepolitik zu erzielen sind.

Für die Zeit nach 2022 erwartet Trianel eine Steigerung der Nachfrage für die konventionellen Steinkohlekraftwerke, denn dann fallen zehn Gigawatt weg, die bislang im Grundlastbereich durch Kernkraftwerke gesichert wurden. Auch die Senkung der Kernkraftquote in Frankreich von 75 auf 50 Prozent, die politisch gewollt ist, würde europaweit eine deutliche Angebotsschmälerung bedeuten, die sich auch hierzulande bemerkbar machen wird. Für Kraftwerke wie zum Beispiel Hamm-Uentrop sieht Becker damit eine reelle Perspektive, „trotz der energiepolitsichen Verunsicherung“. (sig)