Bild: © SWU

Die Umstellung von Ableseprozessen auf Selbstablesung und die Coronapandemie haben bei den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm zu einer teils verspäteten Rechnungsstellung und  hohen Rechnungsbeträgen geführt. Rechnungen aus zwei Jahren mussten zusammengefasst werden. In der Lokalpresse ist von Rechnungsbeträgen von in manchen Fällen mehreren Tausend Euro die Rede – vereinzelt sogar bis zu 6000 Euro.

Bei den von Rückständen betroffenen Kunden handle es sich um eine Anzahl im untersten vierstelligen Bereich, teilt eine SWU-Sprecherin auf Anfrage mit. Davon bewege sich die Anzahl der kritischeren Fälle mit gegebenenfalls etwas höheren Nachforderungen in einer niederschwelligen dreistelligen Größenordnung. Explizite Angaben zu Nachforderungshöhen zu machen sei schwierig und würde dem Einzelfall nicht gerecht. Der Kundenservice biete individuelle Lösungsmöglichkeiten an, unter anderem Ratenzahlungsvereinbarungen für die offenen Beträge.
 

Die SWU haben nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren sukzessive die Zählerablesung auf Selbstablesung durch Kunden umgestellt. Dieser Prozess sei durch die Pandemie stark beschleunigt worden.

"Nachbearbeitungszeit liegt teils bei mehreren Stunden"

Allerdings hätten die durch Kunden selbst abgelesenen Daten eine viel geringere Datenqualität und Rücklaufquote, heißt es weiter. Häufig seien die Daten nicht gemeldet worden und es musste mehrfach nachgefasst werden.

Auch die gemeldeten Daten seien sehr häufig nicht plausibel, dadurch falle zusätzliche Recherchearbeit an. Diese Nachbearbeitung der Daten liege pro Zähler bei einer Zeit zwischen wenigen Minuten und mehreren Stunde, erklärte die SWU-Sprecherin.

Auch Robotic Process Automation soll Mehraufwände abfedern

Erschwerend sei hinzugekommen, dass der sukzessive Umstellungsprozess auf Kundenselbstablesung mit einer durch die Corona-Pandemie erzwungenen Umstellung bei den SWU zusammen gefallen sei. Die dadurch entstandenen und auch weiterhin entstehenden Mehraufwände in der Bearbeitung würden derzeit durch eine Anpassung der Personalkapazitäten und perspektivisch - wo möglich - durch den Einsatz von RPA (Robotic Process Automation) als Bestandteil der Digitalisierungsstrategie abgefedert.

Trotz all dieser Maßnahmen und der Erhöhung der Personalkapazitäten habe dies Auswirkungen auf die Rechnungsstellung bei den Kunden gehabt. Teilweise seien die durch die Abrechnung generierten Abschlagspläne später als üblich angelegt worden. Für die betroffenen Kunden bedeutete dies, dass sie ihre Rechnung später als gewohnt erhalten haben.

Höhere Abschlagsbeträge

Somit habe sich die Anzahl der regelmäßigen Abschlagszahlungen verringert, gleichzeitig erhöhten sich die verbleibenden Abschlagsbeträge. Das heißt:  die anfallenden Energiekosten wurden auf weniger – dafür höher ausfallende Abschlagsbeträge aufgeteilt. „Aufgrund der stark ansteigenden Energiepreise erhöhten sich die Beträge für die Abschlagszahlungen leider zusätzlich“, so der Kommunalversorger. (hoe)

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