Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper erwartet hohe Nachzahlungen aus Großbritannien

Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper erwartet hohe Nachzahlungen aus Großbritannien

Bild: © Rolf Vennenbernd/dpa

Uniper will der Stahlindustrie dabei helfen, klimafreundlicher zu werden. Im ersten Schritt soll eine Machbarkeitsstudie hinsichtlich der Produktion und des Umschlags von umweltfreundlichem Eisenschwamm für die Salzgitter AG erstellt werden. Vertreter von Uniper, Rhenus und Salzgitter, des Landes Niedersachsen und der Stadt Wilhelmshaven haben am heutigen Mittwoch im Uniper-Kraftwerk Wilhelmshaven eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.

Für die geplante Direktreduktionsanlage zur Produktion von Eisenschwamm mit vorgeschalteter Wasserstoff-Elektrolyse bietet Uniper eine Flächennutzung des vorhandenen Geländes des Steinkohlekraftwerks Wilhelmshaven an. Das Unternehmen hatte dessen Schließung im Zuge des Ausstiegs aus der Kohleverstromung Uniper angekündigt hat. Teile der am Standort Wilhelmshaven bereits vorhandenen Infrastruktur könnten künftig genutzt werden, um die Stahlproduktion klimaschonender zu gestalten.

Drastische CO2-Reduktion

Eisenschwamm entsteht durch Direktreduktion von Eisenerz und versetzt – bei Verwendung von grünem Wasserstoff als Reduktionsmittel – die Stahlindustrie in die Lage, die nationalen und europäischen Klimaschutzziele zu erreichen. Der Einsatz von Eisenschwamm kann die CO2-Emissionen der zukünftigen Stahlproduktion nach Angaben von Uniper um bis zu 95 Prozent senken, wenn er die traditionelle Hochofen-Konverter-Route ablöst.

In der Machbarkeitsstudie soll aufgezeigt werden, wie sich die Sektoren Logistik, Energie-Erzeugung und Stahlproduktion effizient im Rahmen der Sektoren­kopplung am Tiefwasserhafen Wilhelmshaven verbinden lassen. Das Land Niedersachsen und die Stadt Wilhelmshaven unterstützen das Projekt mit dem Ziel, die wirtschaftliche Entwicklung und die Sicherung von Arbeitsplätzen im Zuge des Strukturwandels zu fördern.

Schierenbeck: Der Standort hat Zukunft

Nach Überzeugung von Uniper-Chef Andreas Schierenbeck ist der Standort Wilhelmshaven für das Vorhaben bestens geeignet – etwa wegen der guten Anbindung an die Wasser-, Schienen- und Straßenwege. "Es ist offensichtlich, dass wir uns den Standort auch unter dem Aspekt Wasserstoff ansehen. Der Standort wird eine Zukunft haben und wir wollen das Land und die Region dabei unterstützen, Wilhelmshaven zu einer Energiedrehscheibe an der Jade zu machen und den Wandel hin zu einer umweltfreundlicheren Energiezukunft zu beschleunigen." (amo)

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