Die Liquiditätsplanung stellt die Stadtwerkebranche in diesem Winter vor besonders große Herausforderungen. Viele Parameter, wie die Ausgestaltung der Gaspreisumlage, die Beschaffungskosten oder die Höhe der Zahlungsausfälle sind nicht bekannt oder schwer abzuschätzen. Um in der kommenden Heizperiode auch für einen kurzfristigen, erhöhten Liquiditätsbedarf gewappnet zu sein, will die Stadt Villingen-Schwenningen im Schwarzwald vorbauen und ihren Stadtwerken (SVS) einen Kredit von vier Millionen Euro gewähren. Der Gemeinderat wird darüber in seiner Sitzung am Mittwoch entscheiden.
Das Thema hat auch deshalb ein besonderes Gewicht, weil im Winterhalbjahr eine bestehende Kontokorrentlinie der SVS bei der Bank ausläuft. Anstatt neue Kreditlinien mit den Kreditinstituten auszuhandeln, wird nun die Lösung präferiert, dass die Stadt ihre überschüssige Liquidität dem Kommunalversorger zur Verfügung stellt, heißt es in der Lokalpresse.
„Es handelt sich hierbei nicht um eine kurzfristige Stabilisierungsmaßnahme, denn dafür hat die SVS in der Vergangenheit, in der Gegenwart und wird die SVS in Zukunft weiter sehr gute Ergebnisse erzielen“, versichert Oberbürgermeister Jürgen Roth. Es gehe vielmehr darum, für die Zukunft, mit all ihren durch die Energiekrise hervorgerufenen Unwägbarkeiten, bestens gerüstet zu sein.
"Rahmenbedingungen ändern sich rasant"
Auch der seit zehn Monaten amtierende SVS-Geschäftsführer Gregor Gülpen erklärt, ein „solides und finanziell absolut gesundes Unternehmen“ vorgefunden zu haben. „Allerdings ändern sich die Rahmenbedingungen rasant, sodass es immens wichtig ist, finanzielle Spielräume zu schaffen“, räumt Gülpen ein.
Die zusätzlichen Mittel sollen aber auch den Handlungsspielraum der Stadtwerke Villingen-Schwenningen erhöhen, um Handwerksbetriebe oder Privatkunden angesichts der hohen Energiekosten kurzfristig finanziell zu entgegen zu kommen, sei es über Ratenzahlungsmodelle oder andere Vereinbarungen. „Im Kern geht es darum, dass wir für bestimmte Härtefälle ein geeignetes Instrument zur Verfügung haben, um ihnen Luft zu verschaffen, damit sie Ihre Energierechnung vollständig bezahlen können“, stellt Bürgermeister Roth klar. (hoe)



