Blick auf eines der Berliner Wahrzeichen, den Fernsehturm.

Blick auf eines der Berliner Wahrzeichen, den Fernsehturm.

Bild: © Christophe Gateau/dpa

Die Preise für Fernwärme in Deutschland unterscheiden sich regional deutlich. So zahlten private Haushalte mit Einfamilienhaus beispielsweise im größten Wärmenetz in Köln im dritten Quartal 2023 mit 27 Cent effektiv mehr als doppelt so viel wie im größten Netz in Halle (Saale) mit 12 Cent.

Das hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) anhand einer Untersuchung von Preisdaten aus 31 Fernwärmenetzen ermittelt.

Wie sich die Preise im Fernwärmemarkt bilden, ist laut Einschätzung des vzbv für Verbraucher:innen schwer nachvollziehbar.

„Fernwärmekund*innen haben keine Möglichkeit, den Versorger zu wechseln, wenn sie unzufrieden mit den Preisen oder dem Service ihres Anbieters sind. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, dass sie das Angebot eines Fernwärme-Versorgers einschätzen können, bevor sie sich für einen Liefervertrag entscheiden. Hierfür braucht es unbedingt mehr Transparenz“, fordert Ramona Pop, Vorständin beim vzbv.

Mancherorts fallen Preise, anderswo steigen sie

Eine Untersuchung des vzbv zeigt, wie unterschiedlich die Preise für Fernwärme je nach Netz sein können – und wie unterschiedlich sich die Preise seit Anfang des Jahres regional entwickelt haben.

So fiel der effektive Preis pro Kilowattstunde in einem typischen Einfamilienhaus im untersuchten Fernwärmenetz in Erfurt von 36 Cent im ersten Quartal auf 20 Cent im dritten Quartal 2023. Beim untersuchten Netz in Hannover hingegen stieg der effektive Preis pro Kilowattstunde während des gleichen Zeitraums von 13 auf 19 Cent.

Pop: Für Akzeptanz der Wärmewende braucht es eine bundeseinheitliche Preisaufsicht

Aufgrund fehlender Vergleichsmöglichkeiten können Fernwärme-Kund:innen derzeit nur schlecht einschätzen, ob der Wärmepreis in einem Netz eher hoch oder niedrig ist. Dies wird künftig besonders dann relevant, wenn zunehmend mehr Verbraucher:innen eine defekte Öl- oder Gasheizung nach den Vorgaben des neuen Heizungsgesetzes ersetzen müssen.

„Gerade in urbanen Gebieten gilt Fernwärme als wichtiger Baustein für die Wärmewende“, sagt Pop. „Lange Vertragslaufzeiten, fehlender Wettbewerb und niedrige Transparenz-Standards können aber bei Verbraucher:innen zu Akzeptanzproblemen führen. Für eine breite Zustimmung beim Ausbau der Wärmenetze muss die Bundesregierung daher eine verbraucherfreundliche Novellierung der Fernwärme-Verordnung vorantreiben und eine bundeseinheitliche Preisaufsicht sowie eine deutschlandweite Wärmenetz-Datenbank einrichten.“

(pfa)

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