"Die Energiewende in den Großstädten wird sich zu einem ganz wesentlichen Teil in den Sektoren Mobilität und Gebäude entscheiden", sagt Markus Hilkenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Wuppertaler Stadtwerke GmbH (WSW) und ihrer Konzerngesellschaften.

"Die Energiewende in den Großstädten wird sich zu einem ganz wesentlichen Teil in den Sektoren Mobilität und Gebäude entscheiden", sagt Markus Hilkenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Wuppertaler Stadtwerke GmbH (WSW) und ihrer Konzerngesellschaften.

Bild: ©WSW Stefan Tesche-Hasenbach

Mit einer neuen Klimaschutzstrategie geben sich die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) einen festen Fahrplan. Bis 2030 sollen die Emissionen durch eine Vielzahl von Maßnahmen um 80 Prozent gegenüber 1990 sinken, teilt der Kommunalversorger mit.

Bis 2035 will das Unternehmen nicht nur selbst klimaneutral wirtschaften, sondern auch seine Strom- und Gaslieferungen klimaneutral stellen.

Zertifikate "kritisch"

"Der aktuelle Bericht des Weltklimarats ist unmissverständlich: Wir dürfen unsere Neutralitätsziele nicht erst in 25 oder 30 Jahren erreichen, sondern müssen dies bereits sehr viel früher tun", sagt Dietmar Bell, Aufsichtsratsvorsitzender, WSW.

Als dichtbesiedelte Großstadt wird Wuppertal nicht in der Lage sein, seinen Energiebedarf vollständig durch Erneuerbare Energien aus der eigenen Region zu decken. Die bisher geübte Praxis, Grünstromzertifikate bei abgeschriebenen norwegischen oder österreichischen Wasserkraftwerken zu kaufen, sehen die WSW jedoch kritisch.

Handelsplattform "Tal.Markt"

"Das hilft weder der Energiewende noch dem Klimaschutz", sagt Markus Hilkenbach, Vorstandsvorsitzender, WSW. Mit der Online-Handelsplattform "Tal.Markt", die sich ausschließlich aus deutschen Grünstromkraftwerken speist, haben die WSW ein transparentes Kundenangebot mit echtem Ökostrom als Alternative entwickelt.

"Diesen Weg wollen wir auch bei der Zertifizierung unserer Energieangebote weitergehen", so Hilkenbach. "Das bedeutet, dass wir nur Zertifikate nutzen werden, die einen substantiellen und nachprüfbaren Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien leisten." Er gehe davon aus, dass in einer kommenden EEG-Novelle die rechtlichen Rahmenbedingungen für die dafür notwendige Transparenz geschaffen werden.

80 Prozent bis 2030

Lassen sich für die Dekade bis 2030 jetzt schon Maßnahmen zur 80 Prozent-Emissionsminderung entwerfen, so ist der Schlussspurt zum Null-Emissions-Ziel in 2035 weitaus schwieriger zu planen. "Die restlichen 20 Prozent CO2, die wir bis 2035 einsparen wollen, werden ein großer Kraftakt, den wir nur gemeinsam mit unseren Gesellschaftern, der Stadt Wuppertal und unseren Kundinnen und Kunden bewältigen können", macht Hilkenbach deutlich.

Viele der notwendigen Klimaschutz-Maßnahmen können heute noch nicht endgültig bestimmt werden, denn die technologische Entwicklung sowie die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind nicht überall absehbar.

Dienstleister unterstützen

Das ändert aus Sicht der WSW jedoch nichts daran, dass jetzt mit einer klaren Zielsetzung gehandelt werden muss. "Niemand behauptet, dass es einfach wird - und es bereits auf alle Fragen eine Antwort gibt. Aber wichtig ist, sich ein ambitioniertes Ziel zu setzen und einfach anzufangen", meint der WSW-Vorstandsvorsitzende.

Die Akteure in Wuppertal seien optimistisch und begreifen Klimaneutralität als gemeinsames Projekt der gesamten Stadtgesellschaft. Der Aufsichtsratsvorsitzende Bell sieht das kommunale Unternehmen beim Klimaschutz als "Möglichmacher". "Die WSW helfen als Dienstleister, Unterstützer und Vorbild, die gesamte Stadt bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu machen." (jk)

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