Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) wollen ihre Rolle als Energiedienstleister weiter ausbauen. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf der technischen Gebäudeausrüstung für Kommunen. Auf dieses Segment ist die Siegener Niederlassung des Ingenieurbüros Bohne spezialisiert. Dieses ist jetzt von den WSW übernommen worden, das Düsseldorfer Büro der Ingenieurfirma wurde bereits 2020 erworben. Dieses ist auf private Auftraggeber spezialisiert. Angaben über den Kaufpreis wurden in der Pressemitteilung nicht gemacht.
Durch die zusätzliche Expertise wollen die WSW vor allem die Wertschöpfungstiefe der eigenen Energiedienstleistungen erweitern. Der gesamten Bereich EDL wird in Wuppertal aktuell neu konzipiert als „Erneuerbare Energiedienstleistungen“. Dieses Geschäftsfeld soll künftig eine zentrale Säule bei der Realisierung der Dekarbonisierungsstrategie der Wuppertaler Stadtwerke bilden, das Unternehmen will bis 2035 klimaneutral sein.
Ob Wärmepumpe, PV-Dachanlage oder Wallbox – für den Hochlauf im Bereich der dezentralen, digitalen und nachhaltigen Lösungen für Wärme und Energie wurden verschiedene Businesscases durchgerechnet. Bei entsprechender Nachfrage könnten in den nächsten Jahren allein im Bereich EDL bis zu 80 neue Stellen entstehen. Dies hatte der WSW-Vorstandsvorsitzende Markus Hilkenbach im Januar in einem Interview mit der ZfK erklärt.
Stärkeres Engagement im Bereich kommunaler Gebäude
„Von den Erfahrungen der Bohne-Experten in Siegen mit kommunalen Projekt-Ausschreibungen werden wir profitieren“, ist sich der WSW-Vorstandsvorsitzende Markus Hilkenbach sicher. Neben dem technischen Know-how sei dies ein wichtiges zusätzliches Kriterium, sich weiter bei Bohne zu engagieren. Zudem werde man das Profil als Dienstleister für nachhaltiges Energiemanagement von Gebäuden in Kombination mit erneuerbaren Energien weiter schärfen. Vor allem bei den kommunalen Gebäuden wolle man sich künftig mit nachhaltigen Energie- und Wärmelösungen stärker engagieren.
Das Leistungsspektrum der Bohne Ingenieur GmbH umfasst die technische Gesamtplanung der Gebäudetechnik einschließlich Baubegleitung, Projektmanagement, Controlling sowie die Entwicklung nachhaltiger Gebäudesysteme.
Außer auf klimaneutrale Produkte setzen die WSW bei der Umsetzung der Wärmewende nach eigenen Angaben auf den Ausbau der Fernwärme, Wärmepumpen sowie Geothermie, deren Potenzial für Wuppertal aktuell mit Unterstützung des Fraunhofer-Instituts untersucht wird. Bei der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien stehen PV-Anlagen auf Dach- und Freiflächen im Fokus. (hoe)



