Die Stadtwerke St. Ingbert und Bliestal bündeln die Kräfte. Die beiden mehrheitlich kommunalen Unternehmen wollen das komplette operative Geschäft und das Personal in einer gemeinsamen Kooperationsgesellschaft zusammenlegen. Hubert Wagner, Geschäftsführer der Stadtwerke St. Ingbert, bestätigte auf ZfK-Anfrage einen aktuellen Artikel aus der "Saarbrücker Zeitung". Die neue Gesellschaft soll 2020 die Arbeit aufnehmen und wird 114 Mitarbeiter umfassen. Betriebsbedingte Kündigungen schließen sowohl Wagner als auch Bernhard Wendel, Geschäftsführer der Stadtwerke Bliestal, aus.
Wagner und Wendel bilden künftig das Führungsduo der Kooperationsgesellschaft und behalten zudem die Leitung des jeweiligen Stadtwerks inne. Die Kommunalversorger bleiben in ihren jeweiligen Versorgungsgebieten weiterhin der Ansprechpartner vor Ort und treten dort weiterhin unter ihrer eigenen Marke auf.
"Von den Stärken des anderen profitieren"
Die Synergiepotenziale sind offenbar hoch. Beide Versorger weisen eine ähnliche Struktur auf und sind vor allem in der Energie- und Wasserversorgung tätig. In beiden Unternehmen halten die jeweiligen Kommunen die Mehrheit, Enovos und die Pfalzwerke sind jeweils als Minderheitsgesellschafter an Bord. Die Zusammenlegung ist laut den Stadtwerken auch eine Reaktion auf den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel sowie ein sich veränderndes Kundenverhalten.
"Unser Ziel ist es, von den Stärken des jeweils anderen zu profitieren, um bei gleichbleibendem Beschäftigtenstand noch mehr zu erreichen und die neuen Aufgaben des Energiemarktes zu meistern", sagte Hubert Wagner. So ist es denkbar, dass künftig Mitarbeiter den Arbeitsstandort wechseln müssen. Zudem hofft man, sich in der künftigen Konstellation bei Personalengpässen gegenseitig unterstützen zu können.
Aufsichts- und Stadträte haben bereits zugestimmt
Das Versorgungsgebiet der neuen Gesellschaft umfasst künftig rund 65.000 Einwohner, knapp 22.000 Wasserzähler in den Haushalten sowie knapp 33.000 Verbrauchs- und über 1200 Einspeisezählpunkte. Das Stromnetz umfasst 727 Kilometer an Leitungen, das Wassernetz über 500 Kilometer. Die jeweiligen Aufsichts- und Stadträte haben dem Vorhaben bereits zugestimmt, bis Mitte April soll die notarielle Beurkundung abgeschlossen sein. Beide Unternehmen arbeiten bereits seit 2010 enger zusammen, unter anderem im Bereich IT, Einkauf und Personalüberlassung. (hoe)



