Mit dem neuen GIS-System können beispielsweise neue Trinkwasserleitungen besser geplant werden.

Mit dem neuen GIS-System können beispielsweise neue Trinkwasserleitungen besser geplant werden.

Bild: © noon@photo/AdobeStock

Das IT-Consulting-Unternehmen BTC führt die Modernisierung des Geografischen Informationssystems (GIS) beim Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) aus Brake in der Rolle des Generalunternehmens durch. Weitere Partner sind Geocom Informatik by VertiGIS, Hersteller der Netzinformations-Systemlösung Geonis für die Energie- und Wasserwirtschaft, sowie Esri, Weltmarktführer für innovative GIS-Technologie.

Den ersten Teil des umfassenden Migrationsprogramms beim flächenmäßig größten Trinkwasserversorger Deutschlands hat das Projektteam laut einer Mitteilung von BTC abgeschlossen. Ende 2015 hatte der OOWV mit BTC vereinbart, das veraltete Geoinformationssystem abzulösen und die umfangreichen Daten in das zukunftsfähige GIS zu überführen.

„Migrationsstraße“ weist den Weg

Im ersten Schritt widmete sich das Programm – aufgeteilt in mehrere Phasen – der Trinkwasser-Sparte. Mit der GIS-Umstellung, bestehend aus Datenerfassung und Fortführung, Web-Planauskunft im Büro und mobiler Lösung im Feld, steht jetzt der Weg offen, „das große Potenzial der modernen GIS-Lösung für die weitere Digitalisierung der Wasserversorgung zu nutzen“, heißt es in der Presseerklärung. Ziel sei es gewesen, eine weitsichtige Lösung zu positionieren, die in eine moderne IT-Umgebung integrierbar ist, eine hohe Investitionssicherheit darstellt und durchgängig alle relevanten Prozesse unterstützt.

Dabei lag die größte Herausforderung des OOWV-Projekts darin, die historisch gewachsenen, sehr detaillierten und mit spezifisch intelligenter Logik versehenen Grundriss- und Trinkwasserdaten des Versorgers in das neue GIS (ArcGIS) zu transformieren. „Die von BTC konzipierte ‚Migrationsstraße‘ inklusive kontinuierlicher Tests machte es möglich, eine Datenübernahme in wenigen Wochen mit hoher Qualität durchzuführen“, so Uwe Reibiger, Projektleiter der BTC.

„Veredelte“ Geodaten

Völlig neu – gegenüber dem Altsystem – ist heute die Qualität der „veredelten“ Geodaten. Diese habe das Projektteam so verbessert, dass sie unter anderem auch für eine Netzberechnung verwendet werden können, teilt BTC mit. Damit habe OOWV die Möglichkeit, „eine wirtschaftlich optimale Dimensionierung und Planung neuer Trinkwasserleitungen vorzunehmen“.

Ein weiterer wichtiger Pluspunkt sei der Aufbau einer mobilen Lösung: Mit Hilfe der mobilen Anwendung erhalten die Monteure „im Feld“ jederzeit Zugriff auf tagesaktuelle, zentral gepflegte Daten. Die Lösung erlaube eine durchgängige Digitalisierung (Desktop, Mobile, Web).

Fazit und Ausblick

Nun stehen dem OOWV die vielfältigen Möglichkeiten eines modernen Geoinformationssystems zur Verfügung. Stefan Schwanke, stellvertretender Geschäftsführer des OOWV, erklärt: „Mit dem erfolgreichen Abschluss der Datenmigration unserer Trinkwassersparte in das neue GIS-System sind wir jetzt up to date und haben die Chance, viele weitere Mehrwerte zu schaffen.“

In der Planung ist die Umsetzung der internetbasierten Planauskunft, mit der sowohl die Zusammenarbeit mit Vertragspartnern als auch die Servicequalität gegenüber Kunden optimiert werden soll. Außerdem ist die Erweiterung des GIS für die Sparten Abwasser und Grundwassergewinnung vorgesehen. Mit der technologischen Basis des ArcGIS von Esri sei überdies sichergestellt, dass aktuelle technologische Trends, wie z. B. Internet of Things, Künstliche Intelligenz und Sensorik, weitsichtig berücksichtigt sind. (hp)

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