Seitdem 2012 in Rastatt eine Belastung des Grundwassers durch per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) festgestellt wurde, kämpft Olaf Kaspryk, der Chef der Stadtwerke Rastatt, um eine nachhaltig sichere Trinkwasserversorgung und eine bessere Prävention. Um das zu erreichen, haben die Stadtwerke Rastatt eine Aktualisierung einer Dokumentation zu allen bisher öffentlich gewordenen PFC-Schadensfälle beim Steinbeis-Transferzentrum Mittelstand in Auftrag gegeben. Diese hat Kaspryk nun zum Abschluss des dritten PFC-Symposiums in Rastatt an Annegret Biegel-Engler vom Umweltbundesamt übergeben.
Schnelle Hilfe für betroffene Versorger
Die Übersicht ist ab sofort auch online unter www.stadtwerke-rastatt.de/pfc-schadensfalluebersicht verfügbar. Die Studie wurde mit finanzieller Unterstützung der Branchenverbände VfEW und VKU erstellt. Kaspryk geht es darum, mehr Sensibilität und Aufmerksamkeit für solche Fälle und deren Prävention zu entwickeln. "PFC-Umweltschäden sind ein bundesweites Problem, deren Auswirkung und Behebung noch nicht mal ansatzweise bekannt oder erforscht ist. Sind die Stoffe erst in den Boden oder in das Grundwasser gelangt, stellen sie eine Herausforderung für Generationen dar", betont er. Zusätzlich soll die Schadensfallübersicht anderen Wasserversorgern helfen, kompetente Ansprechpartner und schnelle Schützenhilfe zu bekommen, falls sie ebenfalls mit PFC-Verunreinigungen konfrontiert werden.
Viel Lob für Hartnäckigkeit der SW Rastatt
Nach Einschätzung von Annegret Biegel-Engler ist der Fall im mittelbadischen Rastatt einzigartig. Umweltrechtler Wolfgang Köck von der Universität Leipzig lobte das hartnäckige und ganzheitliche Engagement der Stadtwerke Rastatt. "Es ist ungeheuer beeindruckend, dass die Stadtwerke über die eigene Betroffenheit hinaus ganzheitlich auf die Problematik blicken und über die eigenen Maßnahmen hinaus das Thema Sanierung und Prävention bis in die Bundespolitik hinauf angestoßen haben." Es brauche eine politische Strategie zum Umgang mit PFC.
Transparenz und rechtliche Klarheit
Bei dem Expertenforum in Rastatt standen insbesondere die Sanierung von Umweltschäden durch PFC und deren Finanzierung im Mittelpunkt. Weitere große Themen waren die Prävention und die Erforschung der Wirkung der Chemikalien auf den menschlichen Organismus. Neben den Vorträgen der Experten war der Erfahrungsaustausch ein zentrales Element des Forums. In den Gesprächsrunden lag den Teilnehmern viel daran, wie Transparenz, rechtliche Klarheit sowie die Minimierung künftiger Umweltschäden durch PFC erreicht werden können und welche gemeinsamen Handlungsempfehlungen daraus für Politik und Verwaltung resultieren.(hoe)
