Trinkwasser für Schloß Holte-Stukenbrock: die örtlichen Stadtwerke möchten die Förderung in die eigene Hand nehmen.

Trinkwasser für Schloß Holte-Stukenbrock: die örtlichen Stadtwerke möchten die Förderung in die eigene Hand nehmen.

Bild: © Gelsenwasser-Medienarchiv

Die Stadtwerke Schloß Holte-Stukenbrock wollen künftig eigenes Trinkwasser fördern. Der Rat der Stadt hat Bürgermeister Hubert Erichlandwehr einstimmig beauftragt, in der Gesellschafterversammlung der zuständigen Stadtwerke für eine Wassereigenförderung zu stimmen. Ausschuss und Rat hatten sich zuvor in nicht-öffentlichen Sitzungen über die Geohydrologie informiert und die Wirtschaftlichkeit des Projektes geprüft.

Die Eigenförderung von Wasser ist für die Gemeinde nicht wesentlich teurer als die Fremdversorgung, wie das Westfalen-Blatt berichtet. Mit der Ratsversammlung in Schloß Holte-Stukenbrock ist nach Angaben der örtlichen Stadtwerke jetzt der erste Schritt im formalen Prozess getan. Als nächstes kommen die Gremien der beteiligten Stadtwerke zum Zug, das sind die Aufsichtsräte der Stadtwerke Schloß Holte und Soest. Wenn dann die Gesellschafterversammlungen die Pläne gebilligt haben, kann gebaut werden.

Eine wertvolle Genehmigung

Die Wassergewinnung soll nach Presseberichten auf teils städtischem, teils gepachtetem Gelände in der Nähe des Landerbachs und nicht weit vom Schlieffenhof entfernt stattfinden, zwischen den beiden Ortsteilen der Gemeinde. Eine Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Bielefeld in Fragen der Trinkwassergewinnung wird es dagegen nicht geben. Erichlandwehr sagte dem Westfalen-Blatt, dass auf die Gründung einer gemeinsamen Wassergewinnungsgesellschaft verzichtet wird, weil die Qualität am ursprünglich angedachten Förderort zu schlecht ist.

Dass eine Stadt heutzutage noch eine wasserrechtliche Genehmigung, quasi ein Schürfrecht besitzt, ist eine Seltenheit. Schloß Holte-Stukenbrock besitzt eines, und es war für die Stadtwerke Soest im Jahre 2017 wohl ausschlaggebend, um bei der damals erfolgten Gründung der Stadtwerke Schloß Holte-Stukenbrock einzusteigen. Vom örtlichen FDP-Mann Thorsten Baumgart kam die Mahnung an Stadtwerke und Bürgermeister: „Das Wasserförderrecht läuft aus, wenn wir es nicht nutzen.“ Dieses Risiko können die noch jungen Stadtwerke in Schloß Holte-Stukenbrock jetzt wohl ausräumen. (sig)

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