Wasser

Wieviel Wasser Grünflächen in Städten brauchen

Das hat eine IGB-Forschergruppe am Beispiel Berlin analysiert und gibt Empfehlungen, wo bewässert werden muss – und wo nicht.
16.03.2021

Berlin ist eine Metropole mit viel Grün – im Bild der Tiergarten. Ein IGB-Team untersuchte den Wasserverbrauch der Stadtvegetation.

 

Städtische Grünflächen leiden zunehmend unter anhaltend warmen und trockenen Perioden. Selbst in gemäßigten Breiten wie in Deutschland sinken die Niederschläge bei gleichzeitig hohen Verdunstungsraten und der Bedarf an Bewässerung wächst. Ein Team des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) hat deshalb den Wasserverbrauch üblicher Stadtvegetation in Berlin analysiert.

Die Arbeitsgruppe untersuchte mithilfe isotopischer Tracer und hydrometrischer Messungen, wie sich das Wasser in unterschiedlichen Grünflächentypen verteilt. Dabei konnten die Forscher bestimmen, wie viel Niederschlagswasser verdunstet, von Pflanzen aufgenommen wird oder im Boden versickert und das Grundwasser speist. Im Rahmen der Studie haben die Experten verglichen, welche konkrete Rolle Wiesen, Sträucher und Bäume bei der Verdunstung, für die unterirdischen Fließwege und die Wasserspeicherung während längerer Trockenperioden mit episodischen Regenfällen spielen.

Stadtbäume sind durstig

Die Ergebnisse: Böden unter Baumbeständen sind besonders trocken. Das liegt neben der Verdunstung direkt von den Baumkronen vor allem am hohen Wasserbedarf der Stadtbäume. Um zukünftigem Trockenstress infolge mehrerer aufeinanderfolgender Dürrejahre entgegenzuwirken, wird sehr wahrscheinlich ein nachhaltiges Bewässerungsmanagement erforderlich sein, heißt es in einer Mitteilung des IGB.

Auch Wiesenflächen zeigen in den oberen Bodenschichten hohe Verdunstungsraten. Dennoch begünstigen Grasflächen, dass Regenwasser versickert und so den Boden mit Feuchtigkeit versorgen sowie zur Grundwasserneubildung beitragen kann.

Sträucher brauchen wenig Wasser

Auf mit Sträuchern bepflanzten Flächen verdunstet weniger Wasser als auf Wiesen, auch das ergab die Studie. Der Wasserverbrauch von Sträuchern beschränkt sich auf die oberen und mittleren Bodenschichten. Somit kann sich diese Vegetationsform potenziell als sehr vorteilhaft erweisen, um den Wasserverbrauch zum Erhalt städtischer Grünflächen in längeren Dürreprioden gering zu halten. Die Forscher empfehlen, solche Aspekte bei der Auswahl geeigneter Pflanzen- und Baumarten für „Urban Green Spaces“ zu berücksichtigen. (hp)